Argentinien & Brasilien Reiseblog
September 2018
Südamerika stand schon länger ganz oben auf unserer travel to-Liste, wir wollten unbedingt mal nach Rio, Buenos Aires und zu den Iguazú Falls. Bei unseren Reisevorbereitungen sind wir dann noch auf die Ilha Grande aufmerksam geworden, somit stand unsere Route für unsere Reise durch Argentinien und Brasilien schon fest und wir haben uns wahnsinnig gefreut, unseren sechsten Kontinent zu bereisen.
Inhalt
Route
Highlights
Fortbewegung
Unterkunft
Verpflegung
Geld
Trinkgeld
Sprache
Sicherheit
Sehenswürdigkeiten/Ausflüge
Reiseblog
Bewertung Reisetauglichkeit mit Baby oder Kind
Route
Tag 1: Anreise
Tag 2: Anreise & Tigre Delta
Tag 3+4: Buenos Aires
Tag 5: Buenos Aires – Puerto Iguazú
Tag 6: Parque Nacional Iguazú (Argentinien)
Tag 7: Parque Nacional do Iguaçu (Brasilien)
Tag 8: Puerto Iguazú – Rio de Janeiro
Tag 9-11: Rio de Janeiro mit Parque Nacional da Tijuca
Tag 12: Rio de Janeiro – Ilha Grande
Tag 13+14: Ilha Grande
Tag 15: Ilha Grande – Rio de Janeiro
Tag 16: Rio de Janeiro & Abreise
Tag 17: Zusatztag Rio de Janeiro & Abreise
Highlights
- In Buenos Aires die bunten Häuser am Caminito bewundern
- Die atemberaubenden Iguazú Falls bestaunen
- In Rio de Janeiro die Escadaria Selarón besuchen und zum Cristo Redentor und auf den Pão de Açúcar fahren
- Im Parque Nacional da Tijuca die Aussicht vom Vista Chinesa genießen
- Auf der Ilha Grande durch den Regenwald wandern und an den traumhaften Stränden baden
Fortbewegung
Die Entfernungen in Argentinien und Brasilien sind sehr weit, deshalb sind wir zwischen den Stopps geflogen. Es gibt allerdings auch Fernbusse.
In Buenos Aires sind wir mit dem Hop on Hop off-Bus gefahren und an einigen Stopps zu Fuß weitergegangen, das würde ich so auch empfehlen.
Bei den Iguazú Falls kommt man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Fuß gut zurecht.
In Rio sind wir mit Taxi, Metro, öffentlichen Bussen und dem Hop on Hop off-Bus gefahren. Die öffentlichen Busse und weitere Strecken zu Fuß würde ich aus Sicherheitsgründen nicht empfehlen.
Auf der Ilha Grande ist alles zu Fuß erreichbar.
Unterkunft
- Buenos Aires – Lennox Hotel: super schöne großzügige Zimmer, kleiner Whirlpool auf der Terrasse, tolles Frühstück, gute Lage – absolute Empfehlung!
- Puerto Iguazú – Amerian Portal del Iguazú: Zimmer in Ordnung (ich glaube, wir hatten Pech und es gibt auch sehr viel schönere Zimmer), tolle Innen- und Außenpools mit Blick auf das Dreiländereck, Frühstück ok (es gab Einwegbesteck und wir haben lange auf einen Sitzplatz warten müssen)
- Rio de Janeiro – Pestana Rio Atlantica: schöne Zimmer, toller Dachterrassenpool, super Lage, sehr gutes Frühstück
- Ilha Grande – Pousada Pé na Areia: einfach eingerichtete Zimmer, super Lage, tolles Frühstück mit Blick aufs Meer
Verpflegung
Vor allem in Buenos Aires und Rio de Janeiro gibt es für jeden Geschmack und jedes Budget ausreichend Essensangebote. In Puerto Iguazú und auf der Ilha Grande gibt es auch ausreichend viele gute Restaurants und Bars.
Geld
In Argentinien wird mir Argentinischen Pesos bezahlt, wobei 1 EUR ca. 105 ARS entspricht (Stand Januar 2021).
In Brasilien bezahlt man mit Brasilianischen Real, 1 EUR entspricht ca. 6,50 BRL (Stand Januar 2021).
Während es in beiden Ländern in den Großstädten ausreichend ATMs gab, ist auf der Ilha Grande kein ATM verfügbar. Kreditkartenzahlung ist zwar häufig möglich, dennoch empfiehlt es sich, auch etwas Bargeld dabei zu haben.
Trinkgeld
In Argentinien sind 5-10% Trinkgeld im Restaurant üblich, in Brasilien ungefähr 10%.
Sprache
Neben einigen indigenen Sprachen ist in Argentinien Spanisch die Amtssprache, in Brasilien ist die Amtssprache Portugiesisch. Englisch war in beiden Ländern nicht super verbreitet, aber irgendwie kommt man in der Regel schon zurecht.
Sicherheit
Die Sicherheitslage hat uns lange von einer Reise nach Brasilien und Argentinien abgehalten und wir würden auch immer empfehlen, vorsichtig zu sein. Bei uns ist zum Glück nichts passiert, aber ich habe auch von Freunden und Bekannten häufig Gegenteiliges gehört. Wir haben versucht, immer so wenige Wertsachen wie möglich bei uns zu haben, einiges mit geführten Touren angeschaut, was wir in anderen Ländern sicher auf eigene Faust gemacht hätten und waren generell sehr wachsam. Bevor wir unsere Unterkünfte verlassen haben, haben wir immer geschaut, wieviel Geld wir brauchen und nur ein bisschen mehr als Puffer mitgenommen und einen „Notnagel“ z.B. im Schuh versteckt, mit dem wir wieder zurück zum Hotel kommen würden. In Buenos Aires (bis auf eine kleine Ausnahme, siehe Reiseblog), bei den Iguazú Falls und auf der Ilha Grande haben wir uns nicht unsicher gefühlt, in Rio gab es ein paar Situationen, in denen wir ein etwas mulmiges Gefühl hatten – wobei ich nicht objektiv bewerten kann, ob tatsächlich eine Gefahr bestand oder ob es Kopfsache war. Im Nachhinein würden wir trotzdem alles nochmal genauso machen: möglichst wenige Wertgegenstände mitnehmen und vorsichtig sein, aber auf jeden Fall beide Länder bereisen. Immer aktuelle Informationen zur Sicherheitslage vor Ort in Brasilien und Argentinien stellt auch das Auswärtige Amt zur Verfügung.
Sehenswürdigkeiten/Ausflüge
Wir haben die Tour ins Tigre Delta und die Tijuca/Rocinha-Tour vorab gebucht. Die Tickets für die Gondel auf den Zuckerhut hatten wir wenige Tage vorher an einem Tour Office an der Copacabana-Strandpromenade gekauft. Alles andere haben wir direkt vor Ort bezahlt.
Der Cristo Redentor und der Zuckerhut versinken häufig in Wolken, also ergibt es Sinn, kurzfristig dorthin zu gehen, wenn der Himmel klar ist, allerdings sind dann die Warteschlangen tendenziell umso länger.
Reiseblog
Tag 1: Anreise
Wir sind von Frankfurt direkt nach Buenos Aires geflogen.
Tag 2: Anreise & Tigre Delta
Am Morgen sind wir in Buenos Aires gelandet und haben am Flughafen am Tienda León-Schalter unseren Hoteltransfer gebucht. Kurze Zeit später wurden wir zuerst mit einem Bus und dann weiter mit einem Minivan bis zu unserem Hotel gefahren. Nach dem Einchecken hatten wir noch ein wenig Zeit, um einen Supermarkt zu suchen, wo wir uns mit Getränken ausgestattet haben.
Transfer Buenos Aires Airport – Stadtzentrum mit Tienda León: ca 9 € (Stand September 2018)
Am Nachmittag haben wir dann eine geführte Tour ins Tigre-Delta gemacht. Zuerst sind wir nach Tigre zum Puerto de Frutos gefahren. Auf dem schönen Markt gibt es neben frischem Obst auch jede Menge Handwerkskunst zu kaufen und ein tolles Mosaik zu bestaunen. Nachdem wir einige Zeit über den Markt spaziert sind, ging es weiter zu einer Bootsfahrt vorbei an den schönen Häusern am Flussufer. Anschließend sind wir zurück nach Buenos Aires gefahren. Die Tour war nicht sehr spektakulär, aber ganz schön für den ersten halben Tag.
Halbtätige Tigre Delta-Tour inkl. Bootsfahrt ab Buenos Aires: ca. 42 € (Stand September 2018)
Tag 3: Buenos Aires
Wir sind mit Regen in den Tag gestartet, zum Glück hatte es etwas nachgelassen, als wir gefrühstückt hatten und losgehen wollten. Zuerst sind wir zur Plaza del Congreso gelaufen, wo der wunderschöne Congreso de la Nación Argentina, also das Gebäude des Argentinische Nationalkongress, steht. Nachdem wir das ausführlich bestaunt hatten, sind wir mit dem Hop on Hop off-Bus durch die Stadt gefahren. Es ging durch San Telmo, vorbei am Buenos Aires Museum of Modern Art und dem Parque Lezama. Anschließend sind wir nach La Boca gefahren und haben dort Street Art, bunte Häuser und das Estadio Alberto J. Armando (La Bombonera) gesehen. Der nächste Stadtteil, Puerto Madero, wo topmoderne Hochhäuser bis in die Wolken geragt sind, war ein kompletter Kontrast dazu. Es hatte wieder angefangen zu regnen, also sind wir dort ausgestiegen und in die Galerías Pacífico, ein tolles Einkaufszentrum mit beeindruckenden Deckengemälden, gegangen. Als der Regen wieder nachgelassen hat, sind wir mit dem Bus weitergefahren, vorbei am Art Déco-Hochhaus Edificio Kavanagh, der Plaza San Martín, der Floralis Genérica, einer riesigen Blumenskulptur auf der Plaza de las Naciones Unidas, die ihre Blütenblätter automatisch je nach Tageszeit öffnet und schließt, sowie dem MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires). Dann sind wir beim Jardín Japonés ausgestiegen. Wir sind durch den schön angelegten Park im japanischen Stil mit Teich, kleinem Wasserfall und schönen Blumen spaziert.
Jardín Japonés: Eintritt 120 ARS (Stand September 2018)
Anschließend sind wir bis zum Parque 3 de Febrero gelaufen, der aber komplett eingezäunt war, von außen sah er perfekt gepflegt aus. Wir sind noch ein Stück weiter gegangen zum Planetario Galileo Galilei und endlich klarte dann auch der Himmel etwas auf. Dort sind wir auch wieder in den Bus eingestiegen und vorbei am Club de Pescadores und entlang der Costanera Norte am Rio de La Plata bis zum Parque de la Memoria gefahren. Von dort ging es vorbei an der Universidad de Buenos Aires und dem Estadio Antonio Vespucio Liberti nach Belgrano, wo wieder einige Street Art-Kunstwerke zu sehen waren. Vorbei an der Pferderennbahn Hipódromo Argentino de Palermo und dem Campo Argentino de Polo sind wir bis nach Palermo Soho mit den zahlreichen Restaurants und Boutiquen gefahren. Dann ging es vorbei am Jardín Botánico und um das Denkmal Monumento de los españoles/Monumento a La Carta Magna y las Cuatro Regiones Argentinas vorbei am Distrito Arcos bis nach Recoleta. Zum Schluss sind wir vorbei am Teatro Colón über die 16-spurige Hauptverkehrsstraße Avenida 9 de Julio gefahren und dort ausgestiegen. Dann sind wir zur Plaza de Mayo gelaufen, um die sich einige beeindruckende Gebäude befinden: die Catedral Metropolitana de Buenos Aires, das Museo Histórico Nacional, der Cabildo (Altes Rathaus) und die Casa Rosada, der Präsidentenpalast. Ein toller Platz! Von dort sind wir am Obelisco vorbeigelaufen, haben noch etwas zu Abend gegessen und sind anschließend zurück ins Hotel gelaufen. Es war ein vollgepackter Sightseeing-Tag, wir haben wirklich viel von Buenos Aires gesehen.
Hop on Hop off-Bus 2 Tage: ca. 27 € (Stand September 2018)
Tag 4: Buenos Aires
An unserem letzten Tag in Buenos Aires sind wir am Morgen zum Obelisco gelaufen und haben dort Fotos von dem Denkmal, dem grünen BA-Zeichen und den Olympischen Ringen dahinter gemacht.
Dann sind wir wieder in den Hop on Hop off-Bus gestiegen, mit einer Runde um die Plaza de Mayo gestartet und dieselbe Runde wie am vorherigen Tag abgefahren, dieses Mal bei besserem Wetter und mehr Ausstiegen. Das erste Mal haben wir in San Telmo den Bus verlassen, wo wir die Iglesia de San Pedro gesehen haben und auf einige Figuren des Paseo de la Historieta gestoßen sind. Wir sind bis zur Plaza Dorrego gelaufen, durch ein paar kleine Geschäfte geschlendert und am Ende zum Mueso de Arte Moderno gegangen, wo wir wieder zugestiegen sind. Das Künstlerviertel hat uns super gefallen.
Als nächstes sind wir in La Boca beim Stadion La Bombonera ausgestiegen. Um das Stadion herum befinden sich zahlreiche gelb-blau gestrichene Häuser und Fanshops der Boca Juniors. Vom Stadion bis zum Caminito sind es nur ca. 5 Minuten zu laufen, wir haben uns auf den unbelebten Straßen dort aber sehr unwohl gefühlt und waren froh als wir die betriebsamen Straßen um die bunten Häuser erreicht hatten. El Caminito ist ein absolutes Highlight in Buenos Aires, die Häuser sehen wirklich toll aus! La Boca an sich ist angeblich mit Vorsicht zu genießen, in den belebten Gegenden um La Bombonera und El Caminito haben wir uns nicht unsicher gefühlt, allerdings wurde uns davon abgeraten, den restlichen Teil des Arbeiterviertels auf eigene Faust zu erkunden.
Wir sind nochmal durch Puerto Madero an der Puente de la Mujer vorbeigefahren und denselben Weg wie am Vortag entlang der Plaza San Martín mit dem Torre Monumental, vorbei an der Floralis Genérica und weiteren Sehenswürdigkeiten. Bei Sonnenschein sah natürlich alles viel schöner aus.
In Palermo Soho sind wir dann wieder ausgestiegen und durch das tolle Viertel mit Street Art, modernen Boutiquen und Restaurants spaziert, dort haben wir dann auch sehr lecker gegessen. Als wir am Vortag (Sonntag) diese Route gefahren waren, waren die Straßen und Restaurants brechend voll, an einem Montagnachmittag war es deutlich ruhiger. Wir sind bis zum Distrito Arcos gelaufen, einem Open Air-Outlet Center, und waren dort ein wenig shoppen.
Dann sind wir bis nach Recoleta gefahren, wir auf dem bekannten Friedhof die imposanten Grabmäler gesehen haben. Auch die Kirche davor sah sehr schön aus.
Anschließend sind wir wieder bis zur Plaza del Congreso gefahren, haben nochmal das tolle Kongressgebäude bewundert und sind zu unserem Hotel zurückgelaufen.
Am Abend waren wir noch bei einer Tangovorstellung im Señor Tango. Das Ticket inkl. Transfer hatten wir am Vorabend online gekauft und die Show und das Gebäude waren wirklich toll, es war ein perfekter Abschluss für die Zeit in Buenos Aires.
Tangovorstellung inkl. Transfer: ca. 30 € (Stand September 2018)
Von Buenos Aires hatten wir ziemlich viel erwartet und wurden nicht enttäuscht. Die Stadt ist super schön und wir fanden es auch als Einstieg für Südamerika perfekt. Wir haben ziemlich schnell gemerkt, an welchen Orten wir uns einigermaßen sicher bewegen können und wo wir lieber im Bus sitzen bleiben, genau deshalb war auch die Hop on Hop off-Bustour so toll, wir haben viel von der Stadt gesehen ohne überall alleine herumzulaufen.
Tag 5: Buenos Aires – Puerto Iguazú
Am Morgen sind wir mit dem Taxi zum Flughafen gefahren und von Buenos Aires nach Puerto Iguazú geflogen. Dort haben wir in unser Hotel eingecheckt und den Nachmittag am Pool mit Blick auf das Dreiländereck Argentinien – Brasilien – Paraguay verbracht.
Am späten Nachmittag sind wir in die Innenstadt von Puerto Iguazú gelaufen, dort ein bisschen durch die Straßen spaziert und haben zu Abend gegessen.
Tag 6: Parque Nacional Iguazú (Argentinien)
Nach dem Frühstück sind wir zum Busbahnhof in Puerto Iguazú gelaufen und sind von dort mit dem Bus zum Parque Nacional Iguazú, also dem Nationalpark auf der argentinischen Seite der Iguazu Falls gefahren.
Bus Puerto Iguazú – Parque Nacional Iguazú: 95 ARS einfache Fahrt (Stand September 2018)
Am Parkeingang haben wir eine Karte bekommen und sind den eingezeichneten Wegen gefolgt. Wir waren vorher unentschlossen, ob wir eine Bootstour machen wollten, als wir vor Ort waren, waren für diesen Tag schon alle Touren ausgebucht, somit wurde uns die Entscheidung abgenommen. So sind wir zuerst entlang des Sendero Verde durch den Dschungel gelaufen und haben schon die ersten Nasenbären entdeckt – sehr süß, solange man nichts zu essen dabei hat. Auf dem Circuito Inferior sind wir zuerst an einigen kleineren Wasserfällen vorbeigekommen und hatten dann einen tollen Ausblick auf die riesigen Cataratas del Iguazú (Iguazú-Wasserfälle). Wir können uns eigentlich immer für Wasserfälle begeistern, aber diese sind wirklich unglaublich riesig und schön! Wir hatten auch Glück und es hat sich an einer Stelle ein Regenbogen gebildet. Während wir den Circuito Inferior entlanggelaufen sind, Affen und Nasenbären gesehen und die atemberaubenden Ausblicke genossen haben, hatten wir strahlenden Sonnenschein. Mit dem kleinen Bähnchen sind wir dann zur Garganta del Diablo gefahren, dem höchsten der Iguazú-Wasserfälle. Von der Station aus ging es noch ein Stück über Stege auf dem Fluss bis zu dem riesigen Wasserfall. Es war wirklich laut, die Wassermassen stürzen mit solch einer Wucht in die Tiefe und darüber hat sich ein Gewitter zusammengebraut. Bei Blitz und Donner war das ganze Naturspektakel nochmal beeindruckender, wir sind dann aber schnell zurück zur Bahn gelaufen. Natürlich waren wir mit der Idee nicht allein, alle sind zu den Bähnchen geströmt, es hat geschüttet wie aus Eimern und wir waren ewig angestanden bis wir wieder zurückfahren konnten. Wir waren völlig durchnässt, aber da man ja nicht alle Tage an den Cataratas del Iguazú ist, haben wir beschlossen, trotz Regen auch noch den Circuito Superior abzulaufen. Auf diesem Weg hat man die Wasserfälle eher von oben gesehen, wir fanden ihn nicht ganz so toll wie den Circuito Interior und waren froh, dass wir diesen noch bei gutem Wetter gelaufen waren. Eigentlich sind wir den Circuito Superior eher entlanggerannt, der Regen hat immer mal kurz nachgelassen, dann hat es wieder richtig geschüttet. Wir waren wirklich froh, dass wir keine Bootstour gebucht hatten. Auch die Isla San Martín war an diesem Tag gesperrt und so hatten wir dann alle möglichen Wege abgelaufen als wir völlig durchnässt zurück ins Hotel gefahren sind. Der Nationalpark und die Wasserfälle sind wirklich wunderschön!
Parque Nacional Iguazú Eintritt: ca. 18 €, Ausweis muss am Eingang vorgezeigt werden (Stand September 2018)
Zurück im Hotel haben wir erstmal all unsere Sachen getrocknet, selbst unsere Reisepässe wurden in der eigentlich wasserabweisenden Tasche total nass. Dann haben wir uns im Indoor-Pool aufgewärmt und da es am Abend noch immer in Strömen geregnet hat, sind wir auch zum Abendessen im Hotel geblieben.
Tag 7: Parque Nacional do Iguaçu (Brasilien)
Am Morgen sind wir zuerst zum Hito Tres Fronteras gelaufen, dort steht der argentinische Grenzstein des Dreiländerecks. Danach sind wir wieder zum Busbahnhof gegangen und haben Bustickets nach Brasilien gekauft. Leider hatte der Bus Verspätung und wir mussten über eine Stunde warten, dann ging es aber los. An der argentinischen Grenze sind wir ausgestiegen und der Bus hat gewartet bis alle den Ausreise-Stempel hatten, an der brasilianischen Grenze dasselbe mit der Einreise, hat alles reibungslos geklappt.
Bus Puerto Iguazú – Parque Nacional do Iguaçu: 95 ARS einfache Fahrt (Stand September 2019)
Da wir später losgekommen sind als erwartet, waren wir auch erst am frühen Nachmittag am Parque Nacional do Iguaçu, wir hatten aber auch gelesen, dass man dort nicht so lang braucht. Am Eingang war gar nichts los und wir konnten direkt durchgehen bis zu einem Doppeldeckerbus, der uns zu den Wasserfällen gebracht hat. Auf der brasilianischen Seite gab es nur einen Weg mit zahlreichen Aussichtspunkten, den wir entlanggelaufen sind. Obwohl wir die Wasserfälle am Vortag schon gesehen hatten, waren sie nochmal total beeindruckend und wirklich wunderschön anzuschauen! Die längste Strecke des Wegs ist man ziemlich weit weg von den Wasserfällen und hat tolle Panorama-Aussichtspunkte, ziemlich am Ende kommt man aber ganz nah ran und kann auch über einen Steg auf dem Fluss laufen. Ganz zum Schluss sind wir dann mit einem Aufzug noch ein Stück hochgefahren, von oben war die Sicht auch super. Von dort konnten wir mit einem Bus wieder zurück zum Eingang laufen. Auch die brasilianische Seite der Cataratas do Iguaçu ist absolut sehenswert!
Parque Nacional do Iguaçu: Eintritt ca. 14 € (Stand September 2018)
Da wir im Nationalpark nicht lang gebraucht haben, hatten wir noch Zeit bis wir wieder zurückfahren mussten, wir wollten den vorletzten Bus erreichen. Direkt gegenüber des Nationalparks liegt der Parque das Aves, ein Vogelpark, in den wir dann gegangen sind. Direkt am Eingang haben wir in den bunten Blumen einen Kolibri entdeckt, der gar nicht zum Park gehörte. Der Park liegt mitten im Dschungel und ist sehr schön angelegt, durch einige Volieren kann man auch durchlaufen und das Highlight sind die Tukane mit ihren bunten Schnäbeln. Wir wären nicht extra für den Park nach Brasilien gefahren, aber er war wirklich toll und lässt sich super mit einem Besuch im Nationalpark verbinden.
Parque das Aves: Eintritt 45 BRL (Stand September 2018)
Am späten Nachmittag sind wir mit dem Bus zurück nach Puerto Iguazú gefahren, auch dieses Mal gingen Aus- und Einreise schnell. In Puerto Iguazú sind wir noch über die Avenida Brasil spaziert, wo sich einige Souvenirshops und Restaurants befinden. Nach dem Abendessen sind wir über den Plaza San Martín und vorbei am Paseo de la Identidad zurück zum Hotel gelaufen.
Die Iguazú Falls sind wirklich ein absolutes Highlight! Auch wenn wir am ersten Tag etwas Pech mit dem Wetter hatten, war der Aufenthalt wirklich toll. Wenn man für beide Seiten Zeit hat, würden wir sie auch beide besuchen, wenn nur Zeit für eine Seite ist, würden wir die argentinische empfehlen, weil es einfach ein bisschen mehr zu entdecken gibt, der Ausblick ist aber von beiden Seiten atemberaubend!
Tag 8: Puerto Iguazú – Rio de Janeiro
Am Morgen sind wir mit dem Taxi über die Grenze zum Flughafen in Foz do Iguaçu gefahren (von dort waren die Flüge günstiger als von Puerto Iguazú) und sind dann nach Rio de Janeiro geflogen. Dort sind wir mit dem Taxi zu unserem Hotel gefahren und haben eingecheckt.
Am Nachmittag sind wir noch die belebte Avenida Atlântica, die Strandpromenade in Copacabana, zwischen Palmen, Sandstrand und Straßenverkäufern entlangspaziert. Sonst haben wir an unserem Anreisetag nicht mehr viel unternommen.
Tag 9: Rio de Janeiro
Da wir bei unseren Recherchen nicht so ganz schlau geworden sind, wie wir am besten von unserem Hotel zum Cristo Redentor kommen, haben wir im Hotel nachgefragt und uns wurde eine Route mit Metro und öffentlichen Bussen erklärt. Also sind wir losgezogen, die Metro war auch gar kein Problem, als wir dann in den Bus umsteigen mussten, haben wir an einem großen Platz erstmal ziemlich orientierungslos die richtige Linie gesucht und waren uns dann auch im Bus nicht so ganz sicher, wo wir aussteigen mussten. Der freundliche Busfahrer hat uns rechtzeitig Bescheid gesagt und es hat alles geklappt, aber wir haben uns beim Transfer trotzdem ein bisschen unsicher gefühlt – vielleicht war es auch recht leichtsinnig. Wir waren also sehr froh als wir am Trem do Corcovado angekommen und von vielen Touristen mit wertvollen Kameras umzingelt waren. Obwohl uns die Dame am Ticketschalter erklärt hat, dass es oben gerade ziemlich bewölkt wäre, haben wir Fahrkarten gekauft, da wir an keinem anderen Tag mehr Zeit gehabt hätten und natürlich unbedingt den Cristo Redentor sehen wollten. Schon die Bahnfahrt durch den Wald war toll, teilweise hatte man durch die Bäume eine tolle Aussicht auf die Stadt. Als wir oben ausgestiegen sind, haben wir außer Wolken aber absolut gar nichts gesehen, weder den Cristo oben noch die Stadt unten, toll! Wir wurden ja vorgewarnt, aber wir hatten gehofft, dass es nicht ganz so schlimm wäre. Wir sind bis zur Plattform gelaufen, auf der die Christusstatue steht, und dann hieß es warten. Die Wolken haben sich wirklich teilweise kurz gelichtet und dann sah die Statue eigentlich umso toller aus, umgeben von Wolken und mit der Sonne im Hintergrund. Von der Stadt hat man aber tatsächlich nichts gesehen außer mal vereinzelte Flecken. Naja, wir würden ja auch noch auf den Zuckerhut gehen und könnten dann von dort die Aussicht auf die Stadt genießen. Dennoch hat sich der Besuch gelohnt und natürlich ist es bei einem Aufenthalt in Rio ein Muss, das Weltwunder der Neuzeit zu sehen.
Trem do Corcovado: ca. 17 € (Stand September 2018)
Nachdem wir mit Bus und Metro wieder zurück zu unserem Hotel gefahren sind, haben wir dort Fahrräder ausgeliehen, mit denen wir über die Avenida Atlântica bis nach Ipanema gefahren sind. Auch die Strandpromenade dort war super schön. Wir sind dann zur Pedra do Arpoador geradelt, einem Felsen, von dem man einen perfekten Ausblick auf den Strand von Ipanema hat, später ging es zurück nach Copacabana. Dort haben wir abends auch noch etwas gegessen.
Tag 10: Rio de Janeiro & Parque Nacional da Tijuca
Zuerst sind wir in den Parque Nacional da Tijuca, einen Nationalpark bei Rio, gefahren. Dort war unser erster Stopp am Vista Chinesa, einem Aussichtspunkt, an dem uns Rio zu Füßen lag und auch den Cristo haben wir von dort gesehen. Es war super schön und somit war auch die bewölkte Aussicht beim Cristo vergessen. Nach einem kurzen Stopp beim Mesa del Emperador haben wir eine kleine Wanderung durch den Nationalpark gemacht, bei der wir einiges über die Pflanzen und Tiere dort erfahren haben. Unser Guide war total enttäuscht als wir erzählt haben, dass wir vorher bei den Iguazú Falls waren, denn auch auf unserer Strecke haben wir einen Wasserfall gesehen – natürlich war er nicht mit den riesigen Wasserfällen vergleichbar, aber dennoch sehr schön. Wir haben einige Affen entdeckt und bei unserem letzten Stopp im Nationalpark an einem Teich waren viele Schildkröten. Der Nationalpark ist wirklich super schön, man ist mitten in der Natur und das nur eine halbe Fahrstunde von Copacabana entfernt.
Mit dem Auto ging es dann weiter, wir haben den Granitfelsen Pedra da Gavea gesehen und sind anschließend nach Rocinha, einer „pacified favela“ gefahren. Unser Guide, der übrigens perfekt Englisch gesprochen hat, lebt in der Favela und hat uns durch seine Heimat geführt. Zuerst waren wir auf dem Markt, dann ging es durch die hügeligen Straßen mit zahlreichen Wohnhäusern zu einem Skatepark und danach zum angeblich besten Açaí-Stand – es war wirklich super lecker. Wir hatten vorher lang überlegt, ob wir eine Favela-Tour machen sollten, ich habe auch einige Rezensionen gelesen, in denen stand, dass die Favela-Bewohner wie Zootiere vorgeführt werden. Das war bei unserer Tour überhaupt nicht der Fall, wir haben super viel gelernt und jetzt ein ganz anderes Bild vom Leben dort als vorher. Ich würde diese Tour aber wieder privat machen, denn mit einer größeren Gruppe käme es mir auch komisch vor.
Auf der Rückfahrt zum Hotel haben wir noch kurz in Leblon an der wunderschönen Küste angehalten.
Die Tour und unser Guide waren wirklich super, wir haben tolle Orte gesehen und viel gelernt!
Private Tour durch Parque Nacional da Tijuca und Rocinha: ca. 23 € p.P. bei 2 Personen (Stand September 2018)
Für den Nachmittag hatten wir eigentlich Tickets für ein Fußballspiel im Maracanã. Irgendwie ist das aber völlig schief gelaufen, die Rezeption hatte auf unserem Zimmer angerufen als wir schon auf dem Weg waren und uns deshalb nicht erreicht, dann ist der Fahrer wieder weggefahren und wir haben in der Lobby gewartet. Da man bei organisierten Touren ja öfter mal länger warten muss, haben wir auch erst nach einer Dreiviertelstunde bei der Rezeption nachgefragt, ob sie mal anrufen könnten, wo unser Fahrer bleibt und dann hat sich alles aufgeklärt. Sie konnten aber nicht mehr zurückfahren, um uns abzuholen und es war auch schon zu spät, um sonst noch pünktlich zum Spiel zu kommen. Es war wirklich ärgerlich, aber so haben wir den Nachmittag eben an der Praia de Copacabana verbracht. Der Strand ist super schön, im Meer wurde allerdings ziemlich viel Müll angespült.
Tag 11: Rio de Janeiro
Am Morgen sind wir mit der Metro zur Carioca Station gefahren, dort war der Treffpunkt für die Free Walking Tour durch die Innenstadt, an der wir teilnehmen wollten.
Metro einfache Fahrt: ca. 4 BRL (Stand September 2018)
Wir sind vom Carioca Square zur Colombo Bakery, einer tollen Konditorei, gelaufen und dann zur Travessa do Comércio, einer schönen Straße mit vielen Restaurants. Danach ging es zum XV Square, an dem der Paço Imperial, ein ehemaliger Königspalast, liegt. Anschließend sind wir zum wunderschönen Gebäude der Assembleia Legislativa gegangen und von dort weiter nach Cinelandia, eine Gegend mit einigen Kinos und Theatern, darunter das imposante Teatro Municipal. Außerdem befinden sich in dieser Gegend das Museu Nacional de Belas Artes (Nationalmuseum der Schönen Künste), die Biblioteca Nacional (Nationalbibliothek) und der Palácio Pedro Ernesto, drei wunderschöne historische Gebäude. Danach haben wir in Lapa das Acueducto Carioca gesehen und dann die Escaderia Selarón, super schöne bunte Treppen aus zahlreichen Fliesen. Dort endete die Tour und wir sind anschließend noch allein zur Catedral Metropolitana de São Sebastião gelaufen, die von außen einer Pyramide ähnelt, von innen sieht man die tollen bunten Fenster. Danach sind wir mit der Metro zurück zum Hotel gefahren. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten Rios befinden sich außerhalb vom Stadtzentrum, trotzdem ist auch das Centro absolut sehenswert und gehört für uns zu einem Besuch in Rio dazu. Die Free Walking Tour war super, wir haben so in einer Gruppe die Stadt erkundet und einiges erklärt bekommen.
Zurück im Hotel sind wir noch an den Pool gegangen und haben die ganze Zeit die Wetterlage beobachtet. Wir wollten zum Sonnenuntergang auf den Zuckerhut und waren wirklich optimistisch, da kaum eine Wolke am Himmel war. Da wir nicht nochmal mit dem öffentlichen Bus fahren wollten, vor allem nicht im Dunkeln, sind wir am späten Nachmittag mit dem Taxi zur Talstation der Bondinho, der Seilbahn, die auf den Pão de Açúcar (Zuckerhut) führt, gefahren. Von dort ging es zuerst auf den Morro da Urca, einen niedrigeren Felsen, von dem wir eine tolle Aussicht über die Stadt hatten. Unser Timing war perfekt, es war gerade noch hell als wir in die zweite Seilbahn eingestiegen sind, die zum Pão de Açúcar führte. Es waren dann zwar immer mal Wolken über den hohen Granitfelsen, aber es sah so aus als würden sie auch immer wieder schnell vorüberziehen. Als wir oben waren, kam die Ernüchterung: außer Wolken war absolut nichts zu sehen. Oben auf dem Zuckerhut gibt es einige Wege durch den Wald, die waren zwar schön, aber wir hatten uns natürlich auch eine tolle Aussicht erhofft. Als die Sonne unterging, konnten wir in einigen kurzen Momenten einen Blick auf den Cristo erhaschen, die Stadt blieb aber komplett von Wolken bedeckt. Naja, Trübsal blasen hilft auch nicht weiter, wir sind dann wieder zum Morro da Urca gefahren und zumindest von dort hatten wir dann eine tolle Aussicht auf den in Wolken versunkenen Zuckerhut und die beleuchtete Stadt ohne Wolken. Es war super schön und wir müssen dann wohl irgendwann nochmal nach Rio kommen, um die Aussicht vom Cristo und dem Zuckerhut zu sehen 🙂
Bondinho 110 BRL (Stand September 2018)
Rio ist eine tolle Stadt, vor allem landschaftlich ist es einfach unglaublich schön mit den ganzen Felsen und direkt am Meer gelegen. Allerdings muss man wirklich super vorsichtig sein und wir hatten das Gefühl, nicht einfach mal irgendwohin laufen zu können ohne dass es gefährlich werden könnte, das war schon eine Einschränkung. Trotzdem würden wir nochmal nach Rio reisen.
Tag 12: Rio de Janeiro – Ilha Grande
Am Morgen wurden wir abgeholt und mit dem Minibus nach Angra dos Reis gefahren, von wo es mit dem Boot weiterging auf die Ilha Grande, die Insel sah schon aus der Ferne super schön aus. Der Transfer hat reibungslos funktioniert, wir sind am frühen Nachmittag in Abraão angekommen. Von der Anlagestelle sind wir nur ein paar Meter bis zu unserer Unterkunft gelaufen und haben eingecheckt.
Transfer Rio de Janeiro – Ilha Grande: ca. 47 € hin und zurück (Stand September 2018)
Am Nachmittag haben wir unsere Entdeckungstour über die Insel, auf der es keine Autos gibt, gestartet. Zuerst sind wir durch die kleine Stadt Abraão spaziert, vorbei an den bunten Häusern und der Kirche Igreja de São Sebastião. Dann sind wir den tollen Sandstrand Praia do Abrãao gelaufen und noch ein Stück weiter in Richtung Regenwald, wo wir auf ein Schild des Circuito Abrãao, einen kurzen Wanderweg gestoßen sind, dem wir dann gefolgt sind. Zuerst kamen wir zu einem Aussichtspunkt, dem Mirante do Pescador, wo wir eine unglaublich tolle Aussicht auf die Insel und die davor im Meer liegenden Felsen hatten. Von dort ging es weiter zur Praia Preta, einem tollen Strand mit teilweise schwarzem Sand. Anschließend sind wir zu den Ruínas do Lazareto, den Überresten eines Quarantänekrankenhauses, gelaufen und danach weiter zu den Ruínas do Aqueduto, einem ehemaligen Aquädukt. Während der Wanderung haben wir einen Kolibri und einige bunte Schmetterlinge gesehen, die Natur war unglaublich schön und wir haben kaum andere Leute getroffen. Als wir zu den Piscinas naturais gelangt sind, haben wir uns im erfrischenden Wasser abgekühlt und dann die Aussicht von einem weiteren Mirante (Aussichtspunkt) auf einem Hügel genossen bevor wir wieder zurück nach Abrãao gegangen sind. Dort sind wir noch zur Praia da Julia, einem weiteren super schönen Sandstrand spaziert. Außerdem haben wir den Pico do Papagaio, den zweithöchsten Berg der Insel mit der Form eines Papageienkopfs, gesehen. Schon am ersten Tag haben wir uns total in diese wunderschöne Insel verliebt!
Tag 13: Ilha Grande
Nach dem tollen Frühstück mit Blick auf das Meer sind wir zu einer Wanderung aufgebrochen. Ursprünglich hatten wir überlegt, den Pico do Papagaio zu besteigen, aber am Vortag hat uns ein entgegenkommender Wanderer von einem Wasserfall und Strand erzählt und wir haben uns kurzerhand für diese Tour entschieden. Der ausgeschilderte Weg führte lange bergauf durch den Regenwald, vom Berg hatten wir eine tolle Aussicht. Bei der Hitze war es wirklich anstrengend und wir haben uns total gefreut als endlich der Wasserfall Cachoeira da Feiticeira vor uns aufgetaucht ist und wir uns abkühlen konnten. Es war ein super schöner Ort, an dem auch nur ein anderes Pärchen war. Obwohl die Insel von Rio aus einfach zu erreichen ist, waren wirklich wenige Touristen dort. Nach dem Wasserfall ging es dann nochmal ein Stück bergauf bevor wir wieder bergab zum Strand gelaufen sind. Der Praia da Feiticeira war der schönste Strand, an dem wir je waren, traumhaft feiner Sand und die kleine Bucht war rechts und links von Felsen und Regenwald begrenzt, wirklich ein Traum! Auch dort war außer uns nur eine handvoll Leute und so haben wir einen entspannten Nachmittag am Strand verbracht. Später sind noch ein paar mehr Leute dazugekommen und außerdem kam die Flut, es lohnt sich also auf jeden Fall, schon früh da zu sein, da war es am schönsten. Am späten Nachmittag sind wir dann mit dem Wassertaxi zurück nach Abrãao gefahren.
Wanderung Abrãao – Cachoeira da Feiticeira – Praia da Feiticaira: ca. 1-1,5 Stunden
Wassertaxi Praia da Feiticeira – Abrãao: 20 BRL (Stand September 2018)
Nach dem Abendessen waren wir noch in einer der schönen Strandbars. Auf der Insel haben wir uns immer sicher gefühlt, das war nach den Tagen in Rio wirklich entspannend.
Tag 14: Ilha Grande
An unserem letzten Tag auf der Trauminsel wollten wir noch zum berühmten Praia Lopes Mendes, der regelmäßig zu einem der weltweit schönsten Strände gewählt wird. Vom Praia da Julia aus sind wir den Schildern durch den Regenwald gefolgt. Auch auf dieser Route war die Landschaft unglaublich toll, es ging über Wurzeln und Steine durch den dichten Wald. Nach einiger Zeit waren wir am Praia Palmas angekommen, auch das war ein super schöner Strand und der nächste, Praia do Pouso hat uns noch besser gefallen. Wir haben auf dem Weg auch schon ein Ticket für die Rückfahrt mit dem Wassertaxi vom Praia do Pouso nach Abrãao gekauft, vom Praia Lopes Mendes direkt fahren nämlich keine Wassertaxis. Von dort waren es nur noch ca. 20 Minuten bis zum Praia Lopes Mendes, an den wir nach den Berichten und den Stränden, die wir bisher gesehen hatten, wirklich hohe Erwartungen hatten – und dann total enttäuscht wurden. Ja, am Praia Lopes Mendes hat man feinen Sandstrand, das Wasser ist klar und er ist umgeben von Regenwald, es ist also ein wirklich schöner Strand, aber er ist auch total riesig. Er war überhaupt nicht überlaufen oder so, aber die kleineren Strände, die wir vorher gesehen hatten, haben uns einfach viel besser gefallen. Trotzdem hatten wir einen schönen Nachmittag am Strand und perfektes Timing: als wir ins Wassertaxi eingestiegen sind, hat es angefangen zu regnen.
Wanderung Abrãao – Praia Palmas – Praia do Pouso – Praia Lopes Mendes: ca. 2-2,5 Stunden
Wassertaxi Praia do Pouso – Abrãao: 25 BRL (Stand September 2018)
An unserem letzten Abend auf der Insel sind wir nochmal durch die Straßen Abrãaos spaziert und haben schön am Strand gegessen.
Die Ilha Grande war ein perfekter Stopp, die Insel ist einfach traumhaft schön und dennoch gar nicht von Touristen überlaufen. Die Wanderungen durch den Regenwald waren super und die Strände am Ende eine tolle Belohnung. Auf diese Insel würden wir jederzeit wiederkommen.
Tag 15: Ilha Grande – Rio de Janeiro
Nach dem Frühstück mit tollem Ausblick ging es für uns zur Bootsanlegestelle, von wo wir mit etwas Verspätung zurück nach Angra dos Reis gefahren sind. Dort mussten wir dann ewig warten bis wir auf die Minibusse aufgeteilt wurden. Auch die Fahrt nach Rio hat auf dem Rückweg viel länger gedauert als auf dem Hinweg, es war auch ziemlich viel Verkehr und unser Hotel war eines der letzten, die angefahren wurden. Wir hatten an dem Tag zwar nichts mehr vor, aber es war Marcels Geburtstag und den wollten wir nicht nur im Minibus verbringen. Am späten Nachmittag sind wir dann wieder in Rio angekommen und waren noch am Hotelpool auf der Dachterrasse mit Blick auf die Avenida Atlântica.
Tag 16: Rio de Janeiro & Abreise
Den Vormittag haben wir nochmal am Hotelpool verbracht, nach dem Auschecken wollten wir noch eine Sightseeing-Bustour durch Rio machen. Wir sind an der Avenida Atlântica zugestiegen und dann durch Urca, Botafogo und Flamengo gefahren. Im Centro waren wir nochmal in Cinelandia, beim Acueducto Carioca und haben dann bei der Catedral Metropolitana de São Sebastião einen Stopp eingelegt. Wir hatten die Kathedrale von innen ja schon gesehen, sind aber trotzdem nochmal rein, es ist schon ein außergewöhnliches Gebäude. Mit dem Bus ging es dann weiter, vorbei am Hochhaus der PetroBras, der Assembleia Legislativa, der Igreja São José (Kirche) und dem Paço Imperial. Anschließend sind wir um den Boulevard Olímpico gefahren, vorbei am Aquarium AquaRio bis zur Cicade do Samba, wo zahlreiche Samba-Schulen ihre Requisiten für den Karneval lagern. Einige davon haben wir gesehen, es hätte auch eine ausführlichere Führung gegeben, die haben wir allerdings nicht mitgemacht. Diese Tour war keine übliche Hop on Hop off-Bustour, sondern es gab nur wenige Stopps, an denen dann der Bus angehalten hat und alle ausgestiegen sind bzw. in diesem Fall alle gewartet haben bis die Leute von der Führung wieder zurückgekommen sind. Da wir genug Zeit hatten, war das aber nicht schlimm. Als wir weitergefahren sind, haben wir noch Santo Cristo und das Sambódromo, die Tribünenstraße, in der der Samba-Umzug beim Karneval stattfindet, gesehen. Danach sind wir zum Estádio do Maracanã gefahren, wo wir einen weiteren Stopp eingelegt haben. Zum Spiel hatten wir es ja nicht geschafft, aber so haben wir das riesige Stadion immerhin noch von innen gesehen. Nach der Stadionbesichtigung sind wir durch Ipanema zurück nach Copacabana gefahren. Wir hatten vieles schon vorher gesehen, aber die Tour war trotzdem ganz schön und eine gute Beschäftigung für den letzten Tag.
Sightseeing-Bustour: ca. 17 € (Stand September 2018)
Eintritt Estádio do Maracanã bei der Bustour: 25 BRL (Stand September 2018)
Zurück im Hotel haben wir unser Gepäck abgeholt und sind mit dem Taxi zum Flughafen gefahren. Alles lief reibungslos ab, wir saßen im Flugzeug, aber es ist längere Zeit nicht gestartet. Irgendwann kam eine Durchsage, dass es ein technisches Problem gäbe und sie gerade noch etwas prüfen. Später wurde uns dann mitgeteilt, dass ein Ersatzteil aus Frankfurt benötigt wird und wir an diesem Tag nicht mehr zurückfliegen könnten. Wir mussten wieder einreisen und wurden zu einem Hotel gefahren, schon während der Busfahrt haben wir eine Nachricht erhalten, dass wir am nächsten Abend über Miami nach Frankfurt fliegen würden. Wir waren ziemlich genervt, wir wären eigentlich am Sonntag wieder zuhause angekommen und am Montag wieder auf die Arbeit gegangen, daraus würde wohl nichts werden und wir haben erstmal unsere Arbeitgeber kontaktiert. Beim Hotel mussten dann mitten in der Nacht hunderte Leute einchecken, eigentlich war die ganze Aktion einigermaßen gut organisiert, trotzdem hat es ewig gedauert.
Tag 17: Zusatztag Rio de Janeiro
Am nächsten Morgen haben wir uns nach dem Frühstück erstmal um ESTAs gekümmert, dass wir überhaupt nach Miami einreisen konnten und waren dann am Hotelpool. Eigentlich hatten wir einen Zusatztag in Rio bekommen, aber wir hatten kein Bargeld mehr und konnten den Tag auch überhaupt nicht genießen. Wir waren froh als es endlich Zeit war, wieder zum Flughafen zu fahren und dort sind wir noch zum Schalter gegangen und wurden zum Glück auf einen Flug über London umgebucht, sodass wir zumindest am Montagabend statt wie über Miami am Dienstagnachmittag wieder zurück in Frankfurt waren.
Fazit
Argentinien und Brasilien sind riesige Länder, wir haben von beiden natürlich nur einen ganz kleinen Teil gesehen. Die Orte, die wir besucht haben, fanden wir aber wirklich toll! Buenos Aires und Rio de Janeiro sind sehr verschieden, aber beide wirklich toll, die Iguazú Falls haben uns unheimlich beeindruckt und die Ilha Grande war eine super positive Überraschung. Der einzige Minuspunkt war tatsächlich die Sicherheitslage, wir mussten immer sehr vorsichtig sein und haben uns dadurch schon etwas eingeschränkt gefühlt, das war uns aber vorher klar. Dennoch würden wir beide Länder wieder bereisen, es gibt noch so viel mehr zu entdecken und die freundlichen Menschen, die pulsierenden Metropolen und die unglaublich tolle Landschaft haben uns absolut überzeugt.
Bewertung Reisetauglichkeit mit Baby oder Kind
Generell ist die Baby-Infrastruktur in Argentinien und Brasilien in den großen Städten ziemlich gut: auf Anfrage gibt es in Hotels häufig Babybetten, in Restaurants sind Hochstühle nicht unüblich und beispielsweise in modernen Einkaufszentren gibt es auch Wickelmöglichkeiten. Babynahrung und -zubehör kann man vor Ort kaufen, sofern man nicht auf bestimmte Marken oder Produkte festgelegt ist. Auch die medizinische Versorgung ist in den Städten super. In ländlicheren Regionen ist die gesamte (Baby-)Infrastruktur weniger gut ausgebaut. Wie in einigen anderen tropischen Ländern auch, ist es sinnvoll, sich vorab über empfohlene Impfungen und die genaue Situation vor Ort zu informieren.
Für uns wäre diese Reise mit Baby oder Kleinkind dennoch nicht die erste Wahl, weil vor allem in Rio das Thema „Sicherheit“ immer sehr präsent war und das etwas ist, was sich mit einem Kind nicht gut anfühlen würde. Auf der Ilha Grand und bei den Iguazú Falls wären die Sicherheitsbedenken geringer, die Infrastruktur allerdings auch weniger gut ausgebaut, was ich insbesondere mit Kleinkind ebenfalls nicht optimal fände. Ab einem gewissen Alter wäre das sicher einfacher. Buenos Aires würden wir noch am ehesten mit Kind bereisen, aber auch dort glauben wir, dass die ganze Familie mehr Spaß an der Reise hätte, wenn das Kind nicht mehr ganz so klein ist. Generell sind diese beiden Länder – vor allem Brasilien – aus unserer Sicht keine „Anfänger-Länder“, sie sind wunderschön und haben viel zu bieten, aber beispielsweise im Vergleich zu Thailand sind sie einfach schwieriger zu bereisen. Wir bevorzugen es vor allem mit kleinem Kind, uns das Leben leicht zu machen und schieben solche Ziele deshalb aktuell eher nach hinten – aber wo ein Wille, da ein Weg: möglich ist es auf jeden Fall!