Fernreise mit Baby oder Kleinkind - unsere Erfahrungen und Tipps
Fernreisen mit Baby? Dafür erntet man häufig mal ein Kopfschütteln und verständnislose Worte: zu weit, zu anstrengend, zu riskant… Wir haben es trotzdem gewagt und können sagen: es geht und es lohnt sich!
Im letzten Jahr waren wir mit unserem Kleinen in der Dominikanischen Republik, in Thailand und auf den Malediven – drei ganz unterschiedliche Ziele, die uns gezeigt haben, dass Fernreisen mit Baby oder Kleinkind nicht nur machbar, sondern auch richtig schön sind.
Warum eine Fernreise mit Baby oder Kleinkind eine gute Idee sein kann
Eigentlich halten wir Reisen so ziemlich immer für eine gute Idee, aber gerade die Babyzeit bringt einige besondere Vorteile mit sich:
Man kann Elternzeit nehmen und hat somit besonders viel Zeit für eine große Reise. Zwar hat das bei uns leider nicht so geklappt wie erhofft, aber auch mit den „normalen Urlaubstagen” hat man genug Zeit, die Welt zu erkunden.
Unter zwei Jahren fliegen Kinder sehr günstig. Abhängig von der Airline kosten Kleinkinder auf dem Schoß meist entweder einen Pauschalbetrag oder einen gewissen Prozentsatz vom regulären Flugpreis – so oder so ist es deutlich günstiger als wenn das Kind größer ist.
Im Urlaub muss man nicht arbeiten, keinen Haushalt erledigen und hat auch sonst quasi keine Verpflichtungen – dafür aber ganz viel intensive Familienzeit, was für uns auch gerade in der Babyzeit besonders wertvoll ist.
Worauf man achten sollte bei Fernreisen mit Baby oder Kleinkind
Wenn man als junge Familie in die weite Welt reisen möchte, gibt es doch ein paar Dinge zu beachten, zu allererst gesundheitliche Themen. Sind spezielle Reiseimpfungen nötig? Wie ist die medizinische Versorgung vor Ort? Was muss in die Reiseapotheke? Sowohl ein wenig eigene Recherche als auch ein Gespräch mit dem Kinderarzt helfen hier weiter.
Auch die Gegebenheiten vor Ort wie Klima, Temperatur und die Verfügbarkeit von kinderfreundlichen Unterkünften ist wichtig.
Außerdem können die Flugzeiten und die Dauer des Fluges einen Einfluss darauf haben, wie entspannt ihr eure Reise startet.
Es gibt noch einige weitere wichtige Punkte, die bei einer Fernreise mit Baby zu beachten sind, ganz ausführlich könnt ihr diese auch in unserem Reiseguide für Eltern nachlesen. Der wichtigste Tipp in Kürze: informiert euch vorher gut über euer gewünschtes Reiseziel und wägt ab, was euch wichtig ist.
Unsere Erfahrungen
Dominikanische Republik (Baby 6 Monate alt)
Nach Weihnachten sind wir gemeinsam mit unseren Eltern in die Dominikanische Republik aufgebrochen, um dem kalten deutschen Winter zu entfliehen. Wir hatten in zweieinhalb Wochen zwei verschiedene Unterkünfte, jeweils große Häuser mit Pool und genug Platz. Von dort haben wir einige Ausflüge gemacht, sind aber auch jeden zweiten Tag einfach in der Unterkunft geblieben und haben es entspannt angehen lassen. Mir fällt wirklich nichts ein, wovon ich sagen würde, dass es super kompliziert oder stressig gewesen wäre auf dieser Reise. Die Flüge mit Zwischenstopp haben super geklappt (im Nachhinein waren das die einfachsten, weil der Kleine damals noch so häufig geschlafen hat und der Bewegungsdrang noch nicht ganz so ausgeprägt war), den Temperaturunterschied hat er locker weggesteckt und einen Jetlag hatten wir alle gar nicht. Wir haben verschiedene Stände angefahren, eine Wanderung zu einem Wasserfall gemacht und das karibische Flair genossen. Unser Kleiner hatte vor allem am Pool wahnsinnig viel Spaß, aber auch wenn wir unterwegs waren hat er mit großen Augen alles bewundert. Es war eine richtig tolle Reise und mit Baby wirklich super schön.
Thailand (Baby 11 Monate alt)
Unsere nächste Fernreise mit Baby ging nach Thailand, dieses Mal waren wir zu dritt unterwegs. Zuerst haben wir ein paar Tage in Bangkok verbracht, waren vormittags am Hotelpool und haben nachmittags die Stadt erkundet. Danach waren wir noch eineinhalb Wochen auf Koh Samui. Auch dort waren wir jeden Tag am Pool und manchmal haben wir nachmittags noch etwas angeschaut. Um die Rückreise zu entzerren, haben wir noch einmal in Bangkok übernachtet und hatten außerdem einen Übernachtungs-Stopover in Istanbul. Fünf von sechs Flügen auf dieser Reise haben problemlos funktioniert, beim letzten wurde unser Kind unglücklicherweise viel zu früh aufgeweckt und war dann völlig übermüdet – es war anstrengend, aber auch dieser Flug war irgendwann vorbei. Auf jeden Fall überwiegen die positiven Erinnerungen: All die kinderlieben Thailänder, mit denen der kleine Mann Späße gemacht hat, wie er auf dem Night Market von sämtlichen Obstverkäufern frische Früchte zum Probieren bekommen hat und wie er fröhlich die Vögel beim Frühstück bestaunt hat. Wir waren vorher schon mal in Bangkok und auch auf Koh Samui gewesen, dieses Mal haben wir beide Orte nochmal von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Da der Kleine nun schon viel mobiler war, mussten wir als Eltern noch mehr dahinter sein als noch ein paar Monate zuvor, dafür hat man aber auch wirklich gemerkt, dass er nun auch viel mehr wahrnimmt und super viel Spaß hat, es war eine unvergessliche Reise für uns.
Malediven (Kleinkind 15 Monate alt)
Während wir bei den vorherigen Reisen mit Baby immer einen Mix aus Pool und Sightseeing hatten, haben wir nun den Fokus mehr auf Pool und Strand gelegt. Unser Sohn konnte nun nämlich laufen und wollte nicht mehr stundenlang herumgetragen werden – also durfte er eben stundenlang am Pool und Strand herumlaufen, plantschen und im Sand buddeln. Ein Paradies für ein Kleinkind – und ebenso für die Eltern. Wir Eltern waren abwechselnd Schnorcheln, haben die Unterwasserwelt erkundet und die Schönheit der Insel genossen. Dieser Urlaub war ganz anders als das, was wir in den Jahren zuvor meist gemacht haben: All Inclusive, die ganze Zeit an einem Ort (allerdings hatten wir am Ende noch einen 3-tägigen Stopover in Doha) und kein Sightseeing im eigentlichen Sinn. Genau deshalb haben wir die Malediven aber als Reiseziel ausgewählt, wir wussten, dass gerade nicht der richtige Zeitpunkt für lange Ausflüge war und auf den Malediven haben wir nichts “verpasst”. Es war auch sehr praktisch, dass es nur wenige Stunden Zeitverschiebung waren, nach einer Nacht in Flugzeugen und am Flughafen waren wir direkt im neuen Rhythmus. Die Flüge sind zwar im Bezug auf die Schlafenszeiten anders verlaufen als wir erwartet hatten, aber wieder hat es gut funktioniert – unser Kleiner ist ja schon ein Flug-Profi. Auch auf dieser Reise hatten wir alle drei sehr viel Spaß und blicken auf wundervolle gemeinsame Tage zurück.
Unsere Reisen
Unsere Fernreisen als Familie waren alle sehr unterschiedlich und alle wahnsinnig toll – und wir würden alles nochmal genauso machen.
In Kürze veröffentlichen wir die Reiseblogs und verlinken sie hier.
Tipps für Eltern, die eine Fernreise mit Baby planen
Wenn auch ihr eine Fernreise mit Baby plant, haben wir nun noch ein paar hilfreiche Tipps:
- Wählt den richtigen Zeitpunkt für euch und euer Reiseziel aus. Wollt ihr viel anschauen? Dann ist das einfacher, wenn das Kind noch gerne in der Trage oder im Kinderwagen ist. Wollt ihr einen Strandurlaub machen? Vermutlich hat der Nachwuchs schon etwas mehr Spaß, wenn er selbst im Sand sitzen und spielen kann.
- Bleibt flexibel, macht keine minutiös durchgetakteten Sightseeing-Pläne, nehmt euch nicht zu viel vor und macht genug Pausen.
- Informiert euch vorher ausführlich über euer Reiseziel und trefft frühzeitig Vorbereitungen, um vor Ort nicht mit der Organisation beschäftigt zu sein, sondern eure Urlaubszeit genießen zu können.
- Packt die wichtigsten Dinge ins Handgepäck, dass ihr auch zurechtkommt, falls der Koffer nicht (direkt) ankommt.
- Packt ein bisschen Humor und Leichtigkeit mit ein – es wird nicht alles glattlaufen und man muss auch mal improvisieren, aber das ist es wert.
Unser Fazit
Auch Fernreisen sind mit Baby oder Kleinkind möglich und können wunderschön sein, sofern man die richtigen Erwartungen hat und bereit ist, sich anzupassen. Nicht jedes Reiseziel und jede Reiseart eignen sich als frisch gebackene Familie gleich gut, wobei hier sicher auch die individuellen Vorlieben eine große Rolle spielen.
Wir blicken auf wunderschöne unvergessliche Fernreisen mit Baby zurück und würden es immer wieder genauso machen – die nächsten Reisen sind schon in Planung.