Kuba Reiseblog
September 2016
Kuba war für uns eigentlich ein „irgendwann mal“-Land – bis eine Gruppe neben uns im Hop on Hop off-Bus in Maskat darüber philosophiert haben, wie sich das Land durch die Annäherung der USA ändern würde und die Vermutung geäußert haben, dass es bald von amerikanischen Partytouristen überflutet werden würde. Als wir das gehört haben, wollten wir die Karibikinsel dringend bereisen, denn wir wollten unbedingt noch das „ursprüngliche Kuba“ kennenlernen.
Inhalt
Route
Highlights
Fortbewegung
Unterkunft
Verpflegung
Geld
Trinkgeld
Sprache
Sicherheit
Sehenswürdigkeiten/Ausflüge
Sonstige Besonderheiten
Reiseblog
Bewertung Reisetauglichkeit mit Baby oder Kind
Route
Wir waren zuerst in Havanna, sind dann nach Santiago de Cuba geflogen und dann von Osten nach Westen gereist:
Tag 1: Anreise
Tag 2: Havanna (La Habana Vieja)
Tag 3: Playas del Este von Havanna aus
Tag 4: Valle de Viñales von Havanna aus
Tag 5: Havanna (La Habana Vedado)
Tag 6: Santiago de Cuba
Tag 7: Camagüey
Tag 8: Camagüey – Santa Clara
Tag 9: Santa Clara
Tag 10-12: Trinidad mit Playa Ancón und Topes de Collantes
Tag 13: Cienfuegos
Tag 14: Cienfuegos – Cayo Levisa
Tag 15: Cayo Levisa
Tag 16: Cayo Levisa – Havanna
Anmerkungen zur Routenplanung: wenn ihr keine zweieinhalb Wochen Zeit habt, würde ich empfehlen nicht alle der kleineren Städte zu besuchen. Alle Städte außer Havanna kann man in einem halben Tag zu Fuß erkunden. In Kuba ist eine gewisse zeitliche Flexibilität sehr hilfreich, also würde ich ausreichend Zeit für die Transfers einplanen. Wir haben außerdem vor dem Rückflug einen kompletten Puffertag in Havanna eingebaut, worüber ich sehr froh war, denn bei manchen Transfers haben wir wirklich viel länger gebraucht als gedacht.
Highlights
- Bei einem Mojito in der Bodeguita del Medio das fröhliche Flair Havannas erleben und die wunderschöne Altstadt erkunden
- Die tolle Landschaft im Valle de Viñales bestaunen
- Einen Abend an den Treppen in Zentrum von Trinidad verbringen
- In den Topes de Collantes zu einem Wasserfall wandern
- Den traumhaften Strand auf Cayo Levisa genießen
Fortbewegung
Auf Kuba kann man zwischen den großen Städten mit Viazul-Bussen fahren, Tickets kann man online oder vor Ort kaufen. Gerade zur Hauptreisezeit würde ich empfehlen, vorab online oder zumindest einige Tage vorher ein Ticket zu kaufen. Man kann in den Bussen keine Luxusausstattung erwarten, aber unsere Busse waren immer in Ordnung, wobei ich auch schon von gegenteilige Erfahrungen gehört habe. Alternativ könnte man das Land auch mit einem Mietwagen erkunden.
Unter anderem an den Busbahnhöfen stehen außerdem zahlreiche Taxifahrer, die offensiv Fahrten anbieten. Zusätzlich dazu gibt es Coco-Taxis, kleinere dreirädrige Miniautos, die günstiger sind als normale Taxis. Auch Oldtimer-Taxis findet man häufig. Außerdem sind auf Kuba auch Tuk-Tuks und Fahrradtaxis zu finden.
Öffentliche Busse gibt es auch, eine Metro ist nicht vorhanden.
In den Städten kommt man gut zu Fuß zurecht.
Unterkunft
Wir haben in Kuba meistens in Casa Particulares, also in privaten Unterkünften, gewohnt. Viele Kubaner vermieten Zimmer in ihren Wohnungen und bieten dazu Frühstück und teilweise auch Abendessen an. Wir hatten immer ein eigenes Bad im Zimmer. Ab und an gibt es mal ein bisschen Schimmel an der Wand und die Zimmer sind meist einfach eingerichtet, aber wir wurden immer sehr herzlich empfangen und würden Casas Particulares für eine Kuba-Reise empfehlen.
Viele Casa-Hosts kennen sich untereinander und können so auch Casas für die nächste Stadt empfehlen oder „reservieren“. An den Viazul-Haltestellen tummeln sich außerdem stets einige Leute, die nicht nur Weiterfahrten, sondern auch Casas anbieten und teilweise spannende Geschichten erfinden, warum ihr nicht in eure schon gebuchte Casa gehen könnt. Irgendwie kommt man also immer an eine Unterkunft, wir waren froh, vorher gebucht und die Casas so zumindest auf Bildern schon einmal gesehen zu haben.
Für Informationen zu Namen und Adressen der Casas Particulares, in denen wir gewohnt haben, schreibt uns gerne eine Nachricht.
Verpflegung
Wir haben immer Frühstück in den Casas Particulares dazu gebucht und es war immer sehr lecker. Abends waren wir meistens in Restaurants und haben oft sehr gut gegessen. Häufig gab es zwar auf den Karten eine sehr große Auswahl, tatsächlich waren dann aber einige Gerichte nicht verfügbar und wir haben eben gegessen, was da war.
Geld
Auf Kuba gibt es zwei Währungen: den kubanischen Peso (CUP), der den Einheimischen vorbehalten ist, und den Peso convertible (CUC), der Touristen-Währung, deren Wechselkurs 1:1 dem US-Dollar entspricht.
Der CUC darf Kuba nicht verlassen und kann somit nicht vorab getauscht werden. Es gibt allerdings Wechselstuben, in denen man Euro in CUC tauschen kann. ATMs gibt es zwar, aber nicht an jeder Straßenecke und sie sind auch nicht sehr zuverlässig. Kreditkartenzahlung ist nicht sehr verbreitet. Am besten hat man immer ausreichend Bargeld zur Hand.
Trinkgeld
Im Restaurant ist ein Trinkgeld von ca. 10% angemessen, teilweise wird das schon auf der Rechnung angegeben.
Sprache
Amtssprache in Kuba ist Spanisch. Vor allem in Santiago de Cuba wurden wir häufig auf Deutsch angesprochen, generell ist es aber durchaus hilfreich, zumindest ein paar Sätze Spanisch zu sprechen. Zur Not kommt man aber auch mit Händen und Füßen ans Ziel, die Kubaner sind uns sehr hilfsbereit erschienen.
Sicherheit
Kuba gilt als ziemlich sicheres Reiseland, auch hier muss man aber natürlich auf seine Wertsachen aufpassen. Wir haben uns nie unwohl gefühlt. Weitere Informationen zur aktuellen Sicherheitslage gibt es auch auf der Homepage des Auswärtigen Amtes.
Sehenswürdigkeiten/Ausflüge
Den Viñales-Ausflug und die Trinitopes-Tour hatten wir schon vorher online gebucht, den Rest vor Ort.
Sonstige Besonderheiten
Auf Kuba hat man nicht an jeder Ecke Internet. Für die Nutzung benötigt man eine Guthabenkarte, die man z.B. in größeren Hotels kaufen kann, eine Stunde Internet kostet meist 1 CUC. Mit der Guthabenkarte kann man sich dann in WIFI Areas ins Internet einwählen. In den meisten Städten sind die WIFI Areas an zentralen Orten und man erkennt sie daran, dass eine Menge Menschen dort sitzen und auf ihr Handy starren.
Reiseblog
Tag 1: Anreise
Wir sind am Morgen von Frankfurt über Paris nach Havanna geflogen. Vom Flughafen sind wir mit dem Taxi zu unserer ersten Casa Particular in Havanna gefahren.
Taxifahrt Havanna Airport – Havanna: ca. 14 € (Stand September 2016)
Tag 2: Havanna (La Habana Vieja)
An unserem ersten Tag auf Kuba haben wir Havannas historische Altstadt, la Habana Vieja, zu Fuß erkundet: von unserer Unterkunft sind wir zum Paseo del Prado gelaufen, einer schönen Promenade, auf der wir gesäumt von Bäumen und vorbei am Museo Nacional de Bellas Artes (Kunstmuseum) und dem Memorial Granma, einer Yacht, mit der die Rebellen nach Kuba gekommen sind, bis zum imposanten Revolutionsmuseum spaziert sind. Vom davorgelegenen Platz Plaza 13 de Marzo sieht man das wunderschöne Gebäude sehr gut. Vorbei am Maximo Gomez Monument und am Memorial a las Estudiantes de Medicina sind wir zum Castillo de San Salvador de la Punta, einer direkt am Wasser gelegenen Festung, gegangen und haben diese angeschaut. Von dort hat man auch einen tollen Ausblick auf die Uferstraße Malecón sowie auf das Castillo de los Tres Reyes del Morro und die Christusstatue, die auf der gegenüberliegenden Seite des Kanals liegt. Über den großen Parque Céspedes und den anschließenden Parque Luz Caballero sind wir zum Castillo de la Real Fuerza, einer weiteren Festung, gelaufen. Danach ging es zu einem echten Havanna-Highlight, der Bar Bodeguita del Medio, wo wir mit einem Mojito in der Hand der Live-Musik zugehört haben und das Gefühl hatten, jetzt wirklich in Kuba angekommen zu sein. Als das erfrischende Getränk leer war, haben wir unsere Sightseeing-Tour fortgesetzt und haben die Catedral de la Virgen María de la Concepción Inmaculada angeschaut. Anschließend sind wir über die Plaza de la Catedral gelaufen bis zur Plaza de Armas und dort über den Büchermarkt auf dem super schönen Platz geschlendert. Vorbei am Palacio de los Capitanes Generales, ein Herrenhaus, in dem Ausstellungen stattfinden, am bekannten Hotel Ambos Mundos, vor dem sich Touristen und Einheimische ins Internet eingewählt haben, und durch die belebte Einkaufsstraße Mercaderes sind wir bis zur Plaza de San Francisco spaziert und haben uns dort mit Blick auf die Basilica de San Francisco de Asis in den Schatten gesetzt und etwas getrunken. Nach der kurzen Verschnaufpause sind wir ins Museo del Ron Havana Club, wo wir bei der Führung einiges über den Rum erfahren haben.
Museo del Ron Havana Club: 6,50 € (Stand September 2016)
Danach haben wir an der Plaza Vieja, einem weiteren schönen Platz in Havannas Zentrum, gegessen und sind dann die belebte Restaurant- und Einkaufsstraße Calle Obispo entlanggelaufen, auf der sich auch die zweite bekannte Bar Havannas, El Floridita, befindet. Dieses Mal haben wir aber keinen Cocktail getrunken, sondern sind weiter zum Parque Central gelaufen, an dem sich zwei bedeutende Gebäude befinden, das Gran Teatro de la Habana und das Capitolio. Trotz der Einhüllung aufgrund von Bauarbeiten ist das Wahrzeichen Havannas wirklich beeindruckend. Auf der anderen Seite des Parque Central befindet sich das Hotel Plaza, vor dem die Oldtimer in der Sonne glänzen, daneben ist das Edificio Bacardí, ein markantes Art Déco-Gebäude. Dort haben wir unsere ausführliche Tour durch Havannas Zentrum beendet und sind zurück zur Unterkunft gelaufen. La Habana Vieja ist wirklich wunderschön, nicht jedes Gebäude ist top in Schuss, aber genau das macht den Charme der Stadt aus.
Tag 3: Playas del Este von Havanna aus
Nach dem Tag in der Hauptstadt wollten wir an den Strand. Also sind wir nach dem Frühstück zum Parque Central gelaufen und von dort mit dem Bus zu den Playas del Este gefahren.
Bus Havanna – Playas del Este: ca. 5 € (Stand September 2016)
Liege an den Playas del Este: ca. 2 € (Stand September 2016)
So nah an der Stadt hatten wir keine hohen Erwartungen und wurden positiv überrascht, der Strand war ein Traum: Sonnenschein, kristallklares türkises Wasser und feiner Sand, perfekt! Außerdem waren wir am Vormittag fast allein an diesem tollen Spot, nachmittags sind dann noch ein paar Menschen gekommen, aber überlaufen war er auf keinen Fall. Es gab auch einige Restaurants, wir haben am späten Nachmittag dort gegessen und sind danach mit dem Bus zurück nach Havanna gefahren.
Tag 4: Valle de Viñales von Havanna aus
Wir hatten schon vorab eine Tour ins Valle de Viñales, einem Nationalpark westlich von Havanna, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, gebucht. Da die Fahrt von Havanna gute zwei Stunden dauert, ist die Tour bereits früh am Morgen gestartet und als wir am Malecón auf den Bus gewartet haben, ging gerade die Sonne auf, traumhaft! Während der Fahrt sind uns auf den autobahnähnlichen Straßen auch mal Pferdekutschen oder Kühe begegnet.
Unser erster Stopp war Pinar del Río, die Tabakhauptstadt mit den bunten Häusern, wo wir eine Führung durch eine Zigarrenfabrik gemacht haben.
Danach sind wir durch die Stadt Viñales und die wunderschöne Landschaft des Viñalestal gefahren: unzählige Tabakpflanzen zwischen Palmen und Karstfelsen, es ist wirklich beeindruckend!
In den Karstfelsen gibt es einige Höhlen (Mogotes), unter anderem die Cueva del Indio, die wir als nächstes besichtigt haben. Zuerst sind wir ein Stück in die Höhle gelaufen und dann mit dem Boot weitergefahren bis zum Ausgang. Super schön!
In der Nähe der Karsthöhle haben wir dann in einem Restaurant zu Mittag gegessen bevor es zur Mural de la Préhistoria ging, einem riesigen bunten Gemälde auf einem Felsen, das die Evolutionsgeschichte Kubas darstellen soll.
Der nächste Stopp war dann eine Zigarrenmanufaktur, wo – im Gegensatz zur Fabrik in Pinar del Río – no name-Zigarren per Hand hergestellt werden. Der komplette Prozess vom Anbau der Tabakpflanzen bis zur fertigen Zigarre wurde erklärt, es war wirklich interessant.
Zum Ende sollte noch ein Highlight kommen, der Viñales Lookout Point. Kurz bevor wir dort angekommen sind, hat es sich zugezogen und angefangen schütten wie aus Eimern. Die Sicht war deshalb leider nicht so gut, nichtsdestotrotz war das Panorama beeindruckend.
Das Valle de Viñales ist ein absolutes Highlight in Kuba! Ob mit geführter Tour oder auf eigene Faust ist Geschmackssache, wir fanden den Ausflug aber sehr schön und würden es nochmal genauso machen.
Tagesausflug ins Valle de Viñales ab Havanna: ca. 60 € (Stand September 2016)
Tag 5: Havanna (Habana Vedado)
Am Morgen sind wir den Malecón entlang bis zum Hotel Nacional gelaufen und von dort weiter die Calle 23/La Rampa, einer belebten Straße in Havannas modernerem Zentrum Habana Vedado. Als wir zur Avenida de los Presidentes gelangt sind, sind wir auf diese prachtvolle Allee mit Palmen und Denkmälern bekannter Persönlichkeiten abgebogen und sie ein Stück abgelaufen. Danach ging es wieder auf die Calle 23 bis zum Cemeterio Cristóbal Colón, einem katholischen Friedhof mit aufwändigen Mausoleen. Direkt angrenzend ist die Plaza de la Revolución, der riesige Platz, auf dem u.a. politische Kundgebungen stattfinden. Rund um den Platz befinden sich die Biblioteca Nacional José Martí (Nationalbibliothek) und einige Ministerien, darunter das Innenministerium, auf dessen Fassade Che Guevara mit dem Spruch „Hasta la Victoria Siempre“ („Immer bis zum Sieg“) abgebildet ist. Gegenüber liegt außerdem das markante Memorial José Martí, das Denkmal des Nationalhelden, das aus dessen Statue und einem hohen Turm besteht.
Von dort sind wir durch Havannas Straßen bis nach Habana Vieja gelaufen und dort noch ein bisschen umherspaziert.
In Habana Vedado findet man weniger Oldtimer und bunte Häuser, es ist nicht so touristisch wie Habana Vieja, aber dennoch sehenswert.
Tag 6: Santiago de Cuba
Schon um 3 Uhr ging der Wecker und wir sind mit dem Taxi zum Flughafen gefahren, wo es einen handschriftlichen Boarding Pass für den Flug nach Santiago de Cuba gab. Noch vor 8 Uhr sind wir dort gelandet und mit dem Taxi zu unserer Casa Particular gefahren.
Von dort sind wir dann später zu unserer Sightseeing-Tour aufgebrochen und zuerst zur Cuartel de Moncada, einer Kaserne und Denkmal der kubanischen Revolution, gelaufen und dann weiter zur Plaza de Marte, einem zentralen Platz mit Denkmälern – und Wifi Area, weshalb hier wieder einige Menschen am Handy saßen. Wir sind aber direkt weiter zur Calle José Antonio Saco, der schönen, bunten Einkaufs- und Restaurantmeile Santiagos, gelaufen. Während wir diese Straße entlangspaziert sind, wurden wir mehrmals angesprochen, ob wir eine geführte Stadttour haben möchten, die Guides haben teilweise fließend Deutsch gesprochen, wir haben jedoch abgelehnt und wollten alleine die Stadt erkunden. Also sind wir weitergegangen zur Escalinata de Padre Pico, bekannten Treppen, von denen man eine gute Aussicht über die Stadt hat. Außer uns waren dort keine Touristen und uns wurden direkt wieder Touren angeboten. Wir sind aber wieder auf eigene Faust weiter zum Balcón de Velázquez, dem Balkon eines schönen Gebäudes, von dem man einen tollen Ausblick auf die Stadt haben soll. Wir waren der Meinung, dass man dieselbe Aussicht auch von der Straße direkt daneben hat und sind nicht reingegangen, es kostet auch Eintritt. Als nächstes sind wir zum Parque Céspedes, dem zentralen Platz in Santiago de Cuba, an dem auch die wunderschöne Kathedrale, das Rathaus und die Casa de Diego Velazquez, das Wohnhaus des ersten Gouverneurs Kubas, liegen. Als wir uns dort auf eine Bank gesetzt haben, wurden wir direkt wieder angesprochen und auch nach mehrmaligem freundlichem Ablehnen einer geführten Tour sind die Anbieter penetrant geblieben. Wir waren nicht nur übermüdet, sondern auch irgendwann ziemlich genervt von all den offensiven Tourenanbietern und sind dann nur noch kurz zum Museo Emilio Barcadí y Moreau, einem super schönen Museumsgebäude, haben noch etwas gegessen und sind danach zurück in unsere Casa Particular gegangen.
Santiago de Cuba ist eine sehenswerte Stadt mit einigen schönen Orten, uns waren die Tourenanbieter jedoch zu aufdringlich.
Tag 7: Camagüey
Es ging wieder früh los, dieses Mal mit dem Taxi zur Viazul-Station. Wir waren mit dem Bus über 6 Stunden unterwegs, die Fahrt war aber angenehm, wir haben auch mal eine Pause eingelegt, in der wir das tolle Lunchpaket, das uns unser Host in Santiago mitgegeben hatte, essen konnten. Das Gepäck wurde übrigens mit einem Etikett versehen und man hat es bei der Ankunft nur gegen Abgabe des zugehörigen Zettels wieder bekommen – sehr vertrauenserweckend.
Fahrt mit Viazul-Bus Santiago – Camagüey: ca. 16 €, Dauer ca. 6-7 Stunden (Stand September 2016)
Nach der Ankunft in Camagüey sind wir zu unserer Casa Particular gelaufen und haben unser Zimmer bezogen. Glücklicherweise wollte unser Host auch gerade in die Innenstadt fahren und hat uns mitgenommen. So waren schnell direkt am Plaza de los Trabajadores, dem zentralen Platz in Camagüey, um den sich auch schon einige Sehenswürdigkeiten der Stadt befinden: das Museo Casa Natal de Ignacio Agramonte, Geburtshaus des Unabhängigkeitshelden Ignacio Agramonte, in dem heute ein Museum ist, die schöne Kirche Iglesia Nuestra Se Señora De La Merced und das Teatro Principal. Nur ein paar Meter entfernt ist die nächste tolle Kirche, Iglesia Nuestra Señora de la Soledad. Von dort sind wir über den Parque Ignacio Agramonte, auf dem eine Reiterstatue des Namensgebers steht, bis zur Plaza San Juan de Dios, einem Platz mit einigen bunten Häusern und einem Museum in einem ehemaligen Hospitalgebäude, gelaufen. Anschließend ging es weiter zur Plaza del Carmen, wo neben einer beeindruckenden Kirche auch einige Bronzefiguren stehen, die den Platz sehr charmant machen. Auf der Plaza del Carmen haben wir dann auch sehr lecker zu Abend gegessen und sind danach mit einem Fahrradtaxi zurück zu unserer Casa gefahren.
Die Stadt haben sind wir in einer schnellen Tour abgelaufen, uns hat es aber sehr gut dort gefallen.
Als wir in Camagüey waren, kam die Meldung, dass in den kommenden Tagen ein Hurrikan auf Kubas Ostküste treffen soll, die Menschen haben sich schon darauf vorbereitet, eingekauft und ihre Häuser verbarrikadiert.
Tag 8: Camagüey – Santa Clara
Wieder stand eine lange Fahrt an, aber dieses Mal ging es nicht ganz so früh los. Wir mussten also nicht super früh aufstehen und konnten noch entspannt in Camagüey frühstücken – dafür sind wir aber auch erst abends in Santa Clara angekommen und haben dort nur noch unsere Casa Particular bezogen und sind essen gegangen.
Fahrt mit Viazul-Bus Camagüey – Santa Clara: ca. 13 €, Dauer ca. 5 Stunden (Stand September 2016)
Tag 9: Santa Clara
Am Morgen sind wir zuerst zum Monumento Memorial Che Guevara an der Plaza de la Revolución gelaufen. Hier sind eine riesige Statue des Revolutionärs sowie ein Flachrelief mit Kampfszenen zu sehen, das Monument ist sehr beeindruckend. Dahinter befinden sich auch ein Museum und das Mausoleum von Che Guevara und weiteren Revolutionskämpfern. Von dort sind wir vorbei an der Catedral zum Parque Leoncio Vidal gelaufen. Dieser zentrale belebte Stadtpark ist von schönen bunten Häusern, unter anderem dem Teatro La Caridad, umgegeben. Nachdem wir dort etwas dem regen Treiben zugeschaut hatten, sind wir weiter zum Parque del Carmen mit der gleichnamigen sehr schönen Kirche gegangen. Wenn man in Kuba durch die Straßen läuft, sieht man häufig Fahrräder mit Auslage, vor allem frisches Obst und Gemüse wird dort verkauft. Wir haben uns dann erstmal ein kühles Getränk geholt und sind über die Restaurantmeile Boulevard spaziert und danach zu einem weiteren Revolutionsdenkmal, dem Tren Blindado, gegangen. Dort sind vier Güterwaggons und ein Bulldozer, mit dem Gleise zerstört wurden, ausgestellt. Die Wägen sind auch eine Art Museum, die über die Revolution und das Ereignis mit den Zügen informieren. Zum Schluss sind wir noch auf den Loma Del Capiro, einen Hügel, auf dem ein weiteres Denkmal steht und von dem man eine tolle Aussicht über die Stadt hat. Danach ging es am frühen Nachmittag zurück zur Casa.
Santa Clara ist die Che Guevara-Stadt, hier gibt es wirklich viel Geschichtsinput. Uns hat die Stadt sehr gut gefallen.
Am späten Nachmittag sind wir mit dem Taxi zur Viazul-Station gefahren und dann ging es mit dem Bus nach Trinidad. Die Fahrt sollte eigentlich 3 Stunden dauern, wir sind in einem halbleeren Bus losgefahren, nach ein paar Metern ist eine Frau zugestiegen, die sich mit dem Busfahrer und dessen Beifahrer unterhalten hat. Irgendwann haben wir an einem Bauernhof angehalten, die Frau und der Beifahrer sind ausgestiegen, haben einige große Milchbehälter in den Bus eingeladen und weiter ging die Fahrt. Nach einiger Zeit haben wir dann erneut gehalten, etwas Milch wurde ausgeladen, dafür kam massenweise Obst in den Bus. Bei einem Zwischenstopp sind dann alle anderen Mitfahrer ausgestiegen, wir waren mit der Frau, dem Beifahrer und dem Fahrer alleine – und haben gleich den nächsten Bekannten angesteuert, bei dem etwas vom Obst und der Milch gegen Wurst eingetauscht wurde. Es ging noch ein paar Mal so weiter, wir haben bestimmt 6 oder 7 Stopps eingelegt, um Waren zu tauschen und die Fahrt hat über 4 Stunden gedauert. Wir wussten die ganze Aktion erst nicht so richtig einzuschätzen, haben es dann aber mit Humor genommen und die Frau hat uns dann auch ein bisschen Obst angeboten und sich für die Umstände entschuldigt. Im Nachhinein ist es schon sehr witzig!
Fahrt mit Viazul-Bus Santa Clara – Trinidad: ca. 7 €, Dauer ca. 3 Stunden (Stand September 2016)
Als wir dann im Dunkeln in Trinidad angekommen sind, haben wir unsere Casa zum Glück auch ziemlich schnell gefunden und waren froh, nun dort zu sein.
Tag 10: Trinidad (Playa Ancón)
Als wir am nächsten Morgen zum Frühstück gekommen sind, waren wir begeistert, unsere Vermieterin hatte eine riesige Dachterrasse mit Ausblick über die ganze Stadt und bis zu den Bergen, es war so schön!
Den Tag wollten wir am Playa Ancón, einem nahegelegenen Strand verbringen, der häufig als schönster Strand Kubas angepriesen wird – entsprechend hoch waren unsere Erwartungen, insbesondere nach den Playas del Este.
Taxi Trinidad Playa Ancón (hin und zurück) ca. 8 € (Stand September 2016)
Bei unserer Ankunft sind wir erstmal auf sehr viele schöne Palmwedel-Sonnenschirme mit Sonnenliegen gestoßen, ein paar Meter weiter konnte man aber auch gut am Strand im Schatten der Bäume liegen. Der Strand ist tatsächlich schön, am breiten weißen Sandstrand stehen viele Palmen – aber im Wasser war es leider nicht so toll, sondern trüb und voller Algen. Natürlich ist es möglich, dass das auch mit dem Hurrikan zusammenhing. Wir haben den Tag also eher am Strand als im Wasser verbracht und sind am Nachmittag, als es angefangen hat wie aus Eimern zu schütten, zurück nach Trinidad gefahren.
Tag 11: Trinidad (Topes de Collantes)
Am Morgen sind wir zur Plaza Carillo gelaufen, einem schönen Park, wo es auch eine Wifi Area gibt – und wo der Treffpunkt für unsere Trinitopes Tour war.
Mit einem alten russischen Militärtruck ging es los in den wunderschönen Nationalpark Topes de Collantes, schon während der Fahrt waren wir begeistert. Der erste Stopp war die Casa de Café, wo man uns die Herstellung von Kaffee erklärt hat und im Anschluss auch Tee zum Probieren verteilt wurde – für uns als Nicht-Kaffeetrinker kein Highlight, aber es war schon mal interessant. Als nächstes ging es zu einem kleinen Verkaufsstand für Obst und regional hergestellte Lebensmittel – bei organisierten Touren wird man ja häufig mal zu fragwürdigen Geschäften gefahren, dieser Stand war aber wirklich toll.
Danach sind wir in den Regenwald gewandert, unser Guide war super, hat uns einiges zur Flora und Fauna erklärt und uns auch Kaffeebohnen gezeigt. Außerdem haben wir einen Kolibri gesehen, richtig schön! Nach einiger Zeit ging es dann ziemlich steil bergab und irgendwann hat man unser Ziel dann schon hören können: ein Wasserfall mit einem Natural Pool. Als wir dann angekommen waren ging es natürlich gleich ins erfrischende Nass, ein Traum! Leider mussten wir danach auch den ganzen Weg wieder zurück, aber es hat sich gelohnt. Insgesamt hat die Wanderung mit Badestopp 3 Stunden gedauert.
Anschließend sind wir zu einem Restaurant gefahren, keinem Ausflugs-Buffet-Restaurant, in dem man schnell abserviert wurde, sondern einem wirklich tollen Lokal mit schönem Ausblick auf die Landschaft.
Als letztes ging es dann noch zu einem Lookout Point, von wo man wirklich nochmal eine tolle Aussicht über den Nationalpark hatte.
Trinitopes-Tour: ca. 35 € (Stand September 2016)
Der Ausflug war ein absolutes Highlight, wir waren eine ziemlich kleine Gruppe, die angefahrenen Orte waren sehr gut ausgewählt und die Wanderung durch den Regenwald war wirklich toll.
Am späten Nachmittag waren wir zurück in Trinidad und haben dann noch die Stadt angeschaut, was ungefähr 10 Minuten gedauert hat: vom Convento de San Francisco de Asís zur Plaza Mayor, wo auch das Museo de Arqueologia und die Iglesia de la Santísima Trinidad sind. Die Stadt ist wirklich sehr schön, aber nicht groß. Das Highlight ist auf jeden Fall, abends auf den Treppen vor der Casa de la Música zu sitzen, der Musik zu lauschen und einen Cocktail zu schlürfen.
Tag 12: Trinidad
Ursprünglich war unser Plan, einen weiteren Tag am Playa Ancón zu verbringen. Da wir dort das Wasser nicht so schön fanden, waren wir aber in ein Tour Office gegangen, um zu schauen, welche Optionen wir sonst noch hatten. Es hätte einige Bootsausflüge gegeben, die aufgrund des Hurrikans aber leider nicht stattfinden konnten, im Endeffekt war ein Reitausflug so ziemlich die einzige Möglichkeit.
Also hatten wir einen solchen gebucht und wurden am Morgen mit einer Pferdekutsche abgeholt und zum Startpunkt der Tour gefahren. Dort hat dann jeder ein Pferd – und eine zweiminütige Erklärung, wie man das „führt“ bekommen und dann ging es los. Eigentlich sind die Pferde auch alle einfach dem Guide gerade hinterhergelaufen, nur meins wollte nicht so recht und ist ständig stehengeblieben. Als es dann endlich mal gelaufen ist, ist es so nah am Wegesrand gegangen, dass ich einmal komplett an einem Dornenbusch entlanggeschrammt bin, ich konnte mir noch eine Hand vor das Gesicht halten, aber mein ganzer Arm war aufgekratzt, toll! Man muss anmerken, dass das Pferd mit mir sicher nicht die beste Reiterin hatte. Danach ist der Guide dann auch immer in meiner Nähe geblieben und hat mein Pferd mit beaufsichtigt und so sind wir dann doch bis ans Ziel gekommen: wieder ein Wasserfall. Dieses Mal war er flacher, sodass einige Leute daneben hochgeklettert und ins Wasser gesprungen sind. Wir haben uns nur so abgekühlt und irgendwann kam dann auch von oben Wasser dazu – es hat geregnet, zum Glück nicht ganz so stark, sodass wir auch wieder zurückreiten konnten, zuerst zu einem Restaurant, das auch wirklich gut war, und dann zurück nach Trinidad. Es war nicht unser erfolgreichster Ausflug, aber als Notlösung war er in Ordnung.
Halbtägiger Reitausflug: ca. 23 € (Stand September 2016)
Den restlichen verregneten Nachmittag haben wir in unserer Casa Particular verbracht.
Der Hurrikan hat Kuba glücklicherweise dann nicht ganz so stark getroffen wie man ursprünglich befürchtet hatte, Haiti war leider stärker betroffen.
Tag 13: Cienfuegos
Am Morgen sind wir mit dem Viazul-Bus ca. eineinhalb Stunden von Trinidad nach Cienfuegos gefahren und haben dort zuerst unsere Casa Particular bezogen.
Fahrt Viazul-Bus Trinidad – Cienfuegos: ca. 5 €, Dauer ca. 1,5 Stunden (Stand September 2016)
Danach ging es auf in die Stadt: zuerst sind wir zum Cemeterio la Reina gelaufen, einem großen Friedhof in der Stadt, und von dort zum zentralen Platz Parque José Martí, um den sich wieder einige Sehenswürdigkeiten gruppieren: Der Palacio Ferrer, der ein Museum beherbergt, den Palacio de Gobierno, das Teatro Tomás Terry, die Catedral de la Purísimia Concepción, das Museo Provincial, und die Casa del Fundador, das Haus des Stadtgründers – alles wunderschöne Gebäude! Außerdem befinden sich in dem Park der Arco de Tríunfo und das Monumento Martí. Der Parque José Martí ist das Highlight in Cienfuegos und absolut sehenswert. Anschließend sind wir die schöne palmengesäumte Allee Paseo El Prado entlanggelaufen bis zu den auffallenden Villen Palacio Azul und Yacht Club, in denen ein Hotel bzw. Restaurant ist. Von dort sind wir noch durch den schön angelegten Esculturas Park bis zur Prunkvilla Palacio de Valle, das heute ein gehobenes Hotel und Restaurant beherbergt, gelaufen. Den Nachmittag haben wir dann auf der Terrasse unserer Casa verbracht.
Cienfuegos besticht vor allem durch die vielen punkvollen historischen Gebäude, uns hat es dort sehr gut gefallen.
Tag 14: Cienfuegos – Cayo Levisa
Mal wieder stand ein langer und chaotischer Reisetag an. Am Morgen sind wir mit dem Taxi zur Viazul-Station gefahren. Wie für die restlichen Fahrten auch hatten wir vorher online gebucht und wollten an der Station den Voucher gegen Tickets einlösen, wurden aber erstmal vertröstet, wir sollten uns kurz hinsetzen und sie würden uns später aufrufen. Wir saßen dann ewig und drei Tage rum, keiner hat sich gerührt, also habe ich irgendwann mal nachgefragt und wurde wieder gebeten, Platz zu nehmen. 10 Minuten vor der geplanten Abfahrt wurden wir dann wirklich unruhig und sind nochmal hingegangen. Die Mitarbeiter waren zwar nett, wollten aber nicht so ganz mit der Sprache rausrücken, aus den Gesprächsfetzen, die wir mithören konnten, haben wir uns dann zusammengereimt, dass der Bus wohl überbucht war und sie nicht wussten, ob wir noch reinpassen. Wir haben erklärt, dass wir unbedingt mitfahren wollen und als der Bus dann ankam, haben sie durchgezählt und wir konnten glücklicherweise noch mitfahren, juhu! Nach ungefähr 4 Stunden sind wir dann in Havanna angekommen, von wo wir mit dem Taxi zum Hafen von Palma Rubia fahren wollten, um die Fähre nach Cayo Levisa zu nehmen.
Fahrt Viazul-Bus Cienfuegos – Havanna: ca. 17 €, Dauer ca. 4 Stunden (Stand September 2016)
An den Viazul-Stationen waren ja auch immer zahlreiche Taxifahrer, die sämtliche Routen angeboten haben – nur als wir sie brauchten, gab es keine wirklich große Auswahl. Ein Fahrer meinte, er würde uns zum Hafen fahren, wobei der Preis deutlich über dem lag, was wir bei unseren Recherchen gefunden hatten, auch nach dem Verhandeln war er eigentlich noch zu teuer. Es war aber zeitlich sowieso alles sehr eng, da wir rechtzeitig zur Abfahrt des Boots am Hafen sein mussten und so haben wir eben notgedrungen zugestimmt. Der Taxifahrer hat uns dann auch nicht selbst in seinem Taxi gefahren, sondern irgendeinen anderen Fahrer gerufen, der ein selbst geschriebenes „Taxi“-Schild hinter sein Lenkrad geklemmt hat. Es war alles sehr dubios, aber mangels Alternativen sind wir eingestiegen. Nach ein paar Kilometern hat der Fahrer noch eine Frau am Straßenrand eingeladen und sich sehr angeregt mit ihr unterhalten. Nach einer halben Stunde hat er uns gefragt, ob es ok wäre, wenn sie mitfährt… irgendwann kam eine Tankstelle und der Fahrer hat gefragt, ob wir dort auf Toilette gehen wollten, wir haben verneint, er hat sich kurz ein Wasser gekauft und wir sind weitergefahren. Irgendwann ist das Auto dann stehen geblieben, mitten auf der Schnellstraße. Der Fahrer hat die Motorhaube aufgemacht und telefoniert. Wir mussten pünktlich zum Boot kommen und hatten leider wirklich keine Zeit dafür. Er meinte, dass gleich jemand kommt, um die Sache zu beheben – es hat ewig gedauert bis jemand kam. Dann haben sie mit einem Schlauch das Benzin aus dem anderen Auto angesaugt und in unser Auto gefüllt, wir hatten also einfach keinen Sprit mehr! Obwohl wir ungefähr 10 Minuten davor bei einer Tankstelle waren und dort nicht getankt hatten! Mit dem bisschen, das wir dann im Tank hatten, sind wir zur nächsten Tankstelle gefahren, wo wir unsere Taxifahrt dann bezahlen mussten, dass der Fahrer tanken konnte. Wir waren dann ein Stück weg von der Schnellstraße und als wir unseren Standort gecheckt haben, waren wir mitten im Nichts und noch sehr weit vom Hafen entfernt, wo bald unser Boot fahren würde. Wir hatten die Bootstickets schon vorher gekauft, es war das letzte Boot, das an diesem Tag nach Cayo Levisa fahren würde zu unserer mit Abstand teuersten Unterkunft der Reise, die wir natürlich auch schon vorab bezahlt hatten. In Malaysia hatten wir beim Transfer ja schon mal eine ähnliche Situation, da hat das Boot aber auf die Minibusse gewartet, der Transfer konnte als Ganzes gebucht werden, die Situation war jetzt also anders und wir waren uns sicher, dass wir nicht pünktlich ankommen würden. Natürlich haben wir dem Fahrer auch gesagt, wann das Boot fährt und dass wir pünktlich kommen müssten, er war tiefenentspannt und hat dann erst nochmal eine Raucherpause eingelegt. Innerlich haben wir wirklich gebrodelt und konnten es irgendwann auch nicht mehr mit Humor nehmen. Als wir nach stundenlanger Fahrt dann am Hafen angekommen sind, stand das Boot aber noch da, es hatte auf uns gewartet und ein anderes Pärchen kam sogar noch später, die haben wir auch noch mitgenommen.
Taxi Havanna – Cayo Levisa: ca. 40 € (laut Reiseführern und Blogs müsste es deutlich günstiger möglich sein)
Am Ende sind wir dann also nach einem nervenaufreibenden Transfer am Abend doch noch auf Cayo Levisa angekommen und konnten unser Zimmer beziehen.
Tag 15: Cayo Levisa
Cayo Levisa ist eine traumhaft schöne Insel! Es gibt dort nur ein Hotel mit super schönen modernen Holz-Bungalows und einem tollen Restaurant. Man kann auch mit der Fähre einen Tagesausflug nach Cayo Levisa machen, wir haben aber zwei Mal dort übernachtet.
Die Insel ist sehr klein. Auf der einen Seite, wo die Boote ankommen, sind Mangroven, auf der anderen ein perfekter weißer Sandstrand mit super klarem Wasser. Wir sind einmal den kompletten Strand entlanggelaufen und haben ansonsten den ganzen Tag entspannt am und im Wasser verbracht und abends lecker gegessen.
Tag 16: Cayo Levisa - Havanna
Wir haben einen weiteren Tag am Strand verbracht bis es am späten Nachmittag mit Boot und Taxi zurück nach Havanna ging.
Cayo Levisa ist eine absolute Trauminsel mit Bilderbuchstrand (der schönste, den wir auf Kuba gesehen haben). Es werden Wasseraktivitäten angeboten, ansonsten gibt es auf der Insel nichts zu tun. Für uns waren die zwei Tage dort perfekt, es war ein bisschen Luxus auf der Rundreise.
Tag 17: Havanna
Zum Abschluss hatten wir noch einen Tag in Havanna. Da wir noch ausreichend Bargeld hatten, haben wir noch eine Busrundfahrt durch die Stadt gemacht, bei der wir nochmal die bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Havanna gesehen haben.
Stadtrundfahrt mit dem Bus: ca. 9 € (Stand September 2016)
An Nachmittag sind wir noch durch die Altstadt spaziert, haben das bunte Treiben beobachtet und sind essen gegangen. Danach haben wir noch den Sonnenuntergang am Malecón gesehen und sind abends mit dem Taxi zum Flughafen gefahren und zurück nach Deutschland geflogen.
Taxi Havanna – Flughafen: ca. 12 € (Stand September 2016)
Fazit
Kuba ist ein beeindruckendes Land! Manche Klischees haben sich für uns tatsächlich bestätigt: es werden viele Zigarren geraucht, viel Rum (mit sehr starken Mischungen) getrunken und wir haben viele herzliche lebensfrohe Menschen getroffen. Wenn man das Land mit Viazul-Bussen und in Casas Particulares bereist, kann man keinen Luxus erwarten, Kuba ist kein reiches Land, aber ein unglaublich schönes. Wir waren an wunderschönen Stränden, an tollen Wasserfällen im Regenwald und in der einzigartigen Karstlandschaft im Valle de Viñales. Während in den absoluten Touristenzentren die Gebäude meist renoviert und bunt gestrichen sind, findet man ein paar Blöcke weiter häufig ein anderes Straßenbild vor. Die schönen gepflegten Oldtimer sieht man hauptsächlich in Havanna und auch dort ist es eher eine Touristenattraktion als dass jeder Kubaner einen solchen Wagen fahren würde. Man wird auf der Insel häufig mit der Geschichte konfrontiert, viele Sehenswürdigkeiten haben einen Bezug zur Revolution und deren Anführer. Generell hat Kuba aber wenige bekannte Sehenswürdigkeiten, die man schon immer mal sehen wollte, es ist viel mehr das entspannte Flair, das Kuba ausmacht. Tatsächlich ist es auch manchmal notwendig, sich zu entspannen und die Dinge nicht so eng zu sehen, auch bei genauer Planung läuft es mal anders als gedacht. Obwohl sich Kuba ja in den letzten Jahren zu einem beliebten Reiseziel entwickelt hat, waren in den Städten – abgesehen von Havanna – nur wenige Touristen unterwegs, was vielleicht auch an der Reisezeit gelegen hat. Kuba ist ein tolles Land mit schönen Städten, atemberaubenden Landschaften und einem mitreißenden Flair.
Bewertung Reisetauglichkeit mit Baby oder Kind
Grundsätzlich kann man Kuba aus unserer Sicht schon mit Baby oder Kind bereisen – allerdings nur mit etwas Vorbereitung und unsere Route würden wir so zumindest mit einem kleinen Kind nicht machen. Stattdessen würden wir uns auf Havanna, eventuell noch Trinidad und ein Strandziel beschränken – Varadero ist beispielsweise ein typischer Badeort in Kuba, den wir beim nächsten Mal auf jeden Fall auch besuchen würden. Wer eine Rundreise plant, sollte die teilweise recht langen Fahrtzeiten beachten und wir würden statt der Busse einen eigenen Mietwagen empfehlen, einfach um flexibler zu sein und ein wenig angenehmer reisen zu können.
Etwas Vorbereitung braucht es unserer Meinung nach, weil man nicht erwarten kann, dass vor Ort alles für ein Baby verfügbar ist. Babybetten und Hochstühle sind vor allem in kleineren Unterkünften nicht die Regel – wer das benötigt, sollte es vorab unbedingt abklären. Kindersitze für Mietwagen sind auch nicht üblich, wir würden einen von Zuhause mitbringen. Auch all die sonstigen Dinge des täglichen Bedarfs wie Windeln oder auch Babynahrung würden wir auf jeden Fall zuhause besorgen und in ausreichenden Mengen mitnehmen – in Kuba ist vieles nicht regelmäßig verfügbar, darauf muss man vorbereitet sein. Die medizinische Versorgung gilt grundsätzlich als gut, dennoch kann man sich auch hier nicht darauf verlassen, dass beispielsweise sämtliche Medikamente vorhanden sind.
Wer neben all den benötigten Dingen auch etwas Gelassenheit im Gepäck hat, kann auf Kuba sicherlich auch mit (Klein)Kind eine schöne Zeit erleben – Kuba gilt als sehr kinderfreundlich und die traumhaften Landschaften und Strände sprechen auch für sich.