Nordspanien Reiseblog
Juli 2019
Wir wollten im Sommer eine Rundreise in Europa machen, eigentlich hatten wir erst Island oder Schottland im Blick, das hätte allerdings unser Budget gesprengt. Deshalb haben wir nach einer günstigeren Alternative gesucht, die sich für einen Roadtrip eignet und wo wir etwas Neues entdecken konnten – und kamen dann irgendwie auf Nordspanien. Denn obwohl wir schon einige Male in Spanien waren, hatte es uns noch nie in den Norden verschlagen und auf Fotos sah es vielversprechend aus.
Inhalt
Route
Highlights
Fortbewegung
Unterkunft
Verpflegung
Geld
Trinkgeld
Sprache
Sicherheit
Sehenswürdigkeiten/Ausflüge
Reiseblog
Bewertung Reisetauglichkeit mit Baby oder Kind
Route
Tag 1: Anreise
Tag 2: Bilbao – Castro Urdiales – Cabo de Ajo – Santander – Las Arenas
Tag 3: Picos de Europa
Tag 4: Cangas de Onis – Playa de las Cuevas del Mar – Ribadasella – Oviedo
Tag 5: Gijón & Oviedo
Tag 6: Oviedo – Las Médulas – Ponferrada – Astorga – Hospital de Órbigo – León
Tag 7: León – Sahagún – Sasamón – Burgos – Pamplona
Tag 8: Pamplona – San Sebastián – Zumaia – Bilbao
Tag 9: Canyoning Elgoibar – San Juan de Gaztelugatxe – Bakio – Bilbao
Tag 10: Bilbao & Abreise
Highlights
- In den Picos de Europa wandern
- Die tollen Felsformationen an der Playa de la Cuevas del Mar und in Zumaia bewundern
- Die beeindruckende Aussicht über Las Médulas und in San Juan de Gaztelugatxe genießen
- Durch die schönen Innenstädte von Bilbao und San Sebastián spazieren und Pintxos essen
- Die pompösen Kirchen am Jakobsweg besichtigen
- Canyoning in der tollen Landschaft Nordspaniens
Fortbewegung
Wir sind mit einem Mietwagen gefahren, was auch die einfachste Option ist, wenn man mehrere Orte sehen möchte. Auf den Autobahnen fällt häufig Maut an, das wird kurz vorher durch Schilder angekündigt und ist dann bar oder mit Kreditkarte zahlbar.
In den kleineren Städten gibt es meist eingezeichnete Zonen, in denen man parken kann (blaue Zonen mit Parkautomat, meist ca. 1 €/Stunde), in den Städten gibt es ausreichend Parkhäuser (meist ca. 0,02-0,03 €/min).
Unterkünfte
- Bilbao: Holiday Inn Express – Hotel in Flughafennähe mit Parkplatz, moderne Zimmer, gutes Frühstück
- Las Arenas: Hotel Picos de Europa – schlichtes Hotel, das wir wegen den Pools ausgewählt hatten, den wir dann aufgrund des Regens nicht genutzt haben, für eine Übernachtung völlig in Ordnung
- Cangas de Onis: Los Lagos Nature – sehr schönes Hotel mit modern eingerichteten Zimmern und tollem Frühstück
- Oviedo: Ayre Hotel – tolles modernes Hotel mit modernen Zimmern, sehr große Tiefgarage und super Frühstück
- León: Eurostars León – nicht topmodern, aber ganz schön eingerichtete Zimmer, super Frühstück, Tiefgarage vorhanden
- Pamplona: Zenit Pamplona – sehr schöne moderne Zimmer, Tiefgarage ist vorhanden
Verpflegung
Es gibt in Nordspanien viele tolle Restaurants und vor allem in Bilbao und San Sebastián auch viele Pintxos-Bars, in denen die kleinen Köstlichkeiten serviert werden.
Geld
In Spanien bezahlt man mit Euro und kann somit entweder schon Bargeld mitbringen oder an einem der ausreichend vorhandenen ATMs Geld abheben. Auch Kreditkartenzahlung ist häufig möglich.
Trinkgeld
Ein Trinkgeld in Höhe von 5-10% ist im Restaurant üblich.
Sprache
Spanisch (castellano) wird in ganz Spanien gesprochen. Zusätzlich sind in Nordspanien aber noch weitere Sprachen wie Baskisch (vasco) und Aragonesisch verbreitet. Mit Englisch kommt man einigermaßen zurecht.
Sicherheit
In Spanien hatten wir keinerlei Sicherheitsbedenken, stets aktuelle Informationen gibt es auf der Homepage des Auswärtigen Amtes.
Sehenswürdigkeiten/Ausflüge
Das Canyoning hatten wir bereits vorab gebucht, ansonsten haben wir alles vor Ort bezahlt.
Für San Juan de Gaztelugatxe sollte man auf jeden Fall vorher Tickets reservieren.
Reiseblog
Tag 1: Anreise
Am Freitagabend sind wir von Frankfurt nach Bilbao geflogen, haben den Mietwagen abgeholt und sind zum Hotel gefahren.
Tag 2: Bilbao – Castro Urdiales – Cabo de Ajo – Santander – Las Arenas
Nach dem Frühstück sind wir mit dem Mietwagen losgefahren, unser erster Stopp war die Stadt Castro Urdiales.
Fahrt Bilbao – Castro Urdiales: ca. 30 min/30 km
Wir haben in der Nähe des Punta de la Atalaya geparkt und dann von dort die tolle Aussicht auf die Felsküste bewundert. Dann sind wir zum Castillo de Santa Ana, einem Schloss mit Leuchtturm, gelaufen und von dort weiter bis zum Ayuntamiento (Rathaus). Direkt nebenan war der Puerto de Castro Urdiales (Hafen), der Ausblick auf das Schloss mit den kleinen Booten im Vordergrund war super. Wir sind dann bis zur Mittelalterlichen Brücke gelaufen und von dort weiter zur Iglesia de Santa María de la Asunción, neben dem Schloss das zweite markante Gebäude in der kleinen Küstenstadt. Es war ein super schöner Stopp, als es dann angefangen hat zu regnen, sind wir aber schnell weitergefahren.
Fahrt Castro Urdiales – Cabo de Ajo: ca. 45 min/50 km
Als nächstes ging es zum Cabo de Ajo, einem Aussichtspunkt mit Leuchtturm. Trotz Regen wollte ich dort unbedingt hin, man konnte den Ort aber nicht mit dem Auto erreichen. Ich bin dann das letzte Stück gelaufen, der Ort war tatsächlich sehr schön, aber der Himmel war wolkenverhangen und man hat kaum etwas gesehen – Marcel hat die klügere Wahl getroffen und im Auto gewartet.
Fahrt Cabo de Ajo – Santander: ca. 40 min/40 km
Anschließend sind wir bis nach Santander gefahren, der Regen hatte etwas nachgelassen, also sind wir zuerst zur imposanten Catedral (Kathedrale) gelaufen und dann etwas durch die Straßen spaziert bis zum Centro Botín. Dort sind wir mit dem Aufzug zur Aussichtsplattform gefahren, es hat dann aber wieder geschüttet wie aus Eimern, also sind wir zurück zum Auto und weitergefahren.
Fahrt Santander – Las Arenas: ca. 1h 15min/100 km
Eigentlich wollten wir noch nach Santillana del Mar und eventuell noch Strände anfahren, aber der Regen wurde immer stärker und so sind wir direkt bis nach Las Arenas gefahren. Wir haben in unser Hotel eingecheckt und nach einiger Zeit hat sich der Regen verzogen, sodass wir durch die schönen Gassen laufen und auch draußen zu Abend essen konnten.
Tag 3: Picos de Europa
Am Morgen sind wir nach Pancebos gefahren, um zu parken. Von dort sind wir dann zum Start der Ruta del Cares, einer Tour durch die Picos de Europa gelaufen. Die Route führt zuerst ein ganzes Stück bergauf, die Aussicht auf die Berge war wirklich traumhaft. Dann ging es immer mal wieder ein bisschen bergab und wieder bergauf durch die wunderschöne Landschaft. Uns sind ein paar Steinböcke entgegengekommen und irgendwann haben wir dann auch den Fluss im Tal sehen können. Der Weg führte durch einige Höhlen und halbe Tunnel im Berg. Leider gab es keine Beschilderung und wir wussten nicht, wie weit wir schon gelaufen waren. Die komplette Route sind 12 km einfach, wir sind aber nicht ganz bis zum Schluss gewandert, sondern irgendwann umgekehrt und wieder zurückgelaufen. Es war aber auf jeden Fall eine tolle Tour!
Fahrt Las Arenas – Cangas de Onis: ca. 35 min/30 km
Nach der Wanderung sind wir weitergefahren nach Cangas de Onis und nach dem Einchecken noch ein bisschen durch die schöne Stadt spaziert.
Tag 4: Cangas de Onis – Playa de las Cuevas del Mar – Ribadasella – Oviedo
Wir haben die Picos de Europa verlassen und sind in Richtung Küste gefahren, zur Playa de la Cuevas del Mar, einem schönen Sandstrand mit tollen Felsformationen im Wasser. Es war nicht super heiß und das Wasser war sehr erfrischend, aber es war sehr schön am Strand und wir haben einige Stunden dort verbracht.
Fahrt Cangas de Onis – Playa de las Cuevas del Mar: ca. 30 min/30 km
Danach sind wir weitergefahren bis nach Ribadasella, einem schönen kleinen Ort, in dem überall Girlanden mit kleinen Fähnchen über den Straßen aufgehängt waren.
Fahrt Playa de las Cuevas del Mar – Ribadasella: ca. 20 min/15 km
Nachdem wir durch die Gassen spaziert waren, sind wir weitergefahren bis nach Ovideo.
Fahrt Ribadasella – Oviedo: ca. 1 h/85 km
Dort haben wir in unser Hotel eingecheckt und sind dann zu Fuß in die Innenstadt gelaufen. Zuerst waren wir beim Ayuntamiento (Rathaus) und sind dann weitergelaufen zur Iglesia de San Isidoro el Real (Kirche). Durch die schönen Gassen sind wir zur wunderschönen Catedral (Kathedrale) spaziert, auf deren Vorplatz die Statue La Regenta steht. Dann sind wir noch ein bisschen durch die Straßen gelaufen, vorbei am Museo Arqueológico (Archäologisches Museum) und dem Mercado El Fontan (Markt) und haben dann in der Stadt zu Abend gegessen bevor wir zurück zum Hotel gegangen sind.
Tag 5: Gijón & Oviedo
Am Morgen sind wir zum Monte Naranco , einem Berg, gefahren und bis zur Christusstatue gelaufen. Von dort hatten wir eine wirklich tolle Aussicht über Oviedo und die Berge im Hintergrund. Auf dem Rückweg haben wir noch die Kirchen San Miguel de Lillo und Santa Maria del Naranco gesehen.
Fahrt Oviedo – Gijón: ca. 30 min/30 km
Wir sind dann weiter nach Gijón gefahren und haben dort die Stadt angeschaut. Zuerst waren wir an der Playa de Poniente, wo wir eigentlich ein paar Stunden verbringen wollten, uns aber aufgrund des Wetters dagegen entschieden haben. Dann sind wir vorbei am Hafen Puerto Deportivo und den Letronas, dem großen Gijón-Schriftzug, zur Plazuela del Marquez (Platz) gelaufen, wo einige sehr schöne Gebäude stehen. Vorbei an der Playa de San Lorenzo, einem weiteren Stadtstrand, dem Edificio Celestino Garcia und der Capilla da San Lorenzo (Kapelle) sind wir zur Kirche Iglesia de San Pedro Apóstol gelaufen. Von dort ging es weiter zur Statue Elogio del Horizonte. Wir sind dann noch etwas durch die Straßen spaziert und am Nachmittag zurück nach Oviedo gefahren. Die Stadtstrände in Gijón sahen toll aus, aber in Nordspanien hat man eben auch im Hochsommer keine Garantie auf Badewetter. Die Stadt an sich ist ganz schön für einen Spaziergang, uns hat Oviedo aber noch ein bisschen besser gefallen.
Am späten Nachmittag sind wir dann nochmal in Oviedo in die Innenstadt gelaufen, vorbei an der Woody Allen Statue und zur tollen Catedral (Kathedrale).
Tag 6: Oviedo – Las Médulas – Ponferrada – Astorga – Hospital de Órbigo – León
Zuerst hatten wir eine längere Fahrt vor uns, fast 3 Stunden von Oviedo nach Las Médulas. Für die ehemalige Goldmine, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, haben wir einen Umweg gemacht anstatt direkt nach León zu fahren. Als wir auf dem Parkplatz aus dem Auto ausgestiegen sind, waren wir noch von grünen pflanzenbewachsenen Bergen umgeben. Ein paar Meter weiter bei der Aussichtsplattform hatten wir dann ein tolles Panorama über die schroffen Felsberge inmitten der grünen Landschaft. Tatsächlich wurde dieses beeindruckende Bild erst durch die Goldabbau-Technik der Römer mittels Flutungen geformt. Ein kleiner Teil der so entstandenen Tunnel ist begehbar, wir sind dadurch bis zu einer weiteren Aussichtsplattform gelaufen. Der Umweg hat sich auf jeden Fall gelohnt, dieser Ort ist – auch wenn er eine tragische Vergangenheit hat – heute unglaublich schön!
Fahrt Ovideo – Las Médulas: ca. 3 h/195 km
Eintritt Tunnel Las Médulas: 3,00 € (Stand Juli 2019)
Als nächstes haben wir einen kurzen Stopp in Ponferrada eingelegt und haben das Castillo de Ponferrada (Burg) auf dem Berg gesehen.
Fahrt Las Médulas – Ponferrada: ca. 30 min/30 km
Anschließend sind wir nach Astorga gefahren und haben bei den Murallas Romanas (Römische Mauern) geparkt. Von dort sind wir zur Catedral de Santa María und dem direkt gegenüberliegenden Palacio Episcopal, dem von Antonio Gaudí entworfenen Bischofspalast, gelaufen und haben diese beiden wunderschönen Gebäude bewundert.
Fahrt Ponferrada – Astorga: ca. 45 min/60 km
Vorbei an der Puente de Órbigo in Hospital de Órbigo sind wir dann bis nach León gefahren und haben in unser Hotel eingecheckt.
Fahrt Astorga – León: ca. 40 min/50 km
Danach ging es in die Stadt, durch die alten Stadtmauern zur schönen Plaza Santa María del Camino. Schon auf dem Weg dorthin haben wir mehrere Jakobsweg-Muscheln auf dem Boden gesehen, auch in den vorherigen Städten haben wir das Symbol des Camino de Santiago immer mal entdeckt, in León war es aber sehr präsent. Wir sind vorbei an der Plaza San Martín, wo es einige Restaurants gibt, und über die Plaza Mayor zur beeindruckenden Catedral Santa María de Regla spaziert. Leider war die Front teilweise verhüllt, dennoch waren die schöne Kathedrale sowie die Statue von Vater und Sohn auf der Plaza de Puerta Obispo sehr sehenswert. Durch die malerischen Gassen sind wir zu den tollen Gebäuden Casa de los Botines, Palacio de los Guzmanes und weiter zur Basilica de San Isidoro gelaufen. Dann haben wir unsere Stadttour beendet und lecker zu Abend gegessen. León ist eine sehr schöne Stadt mit vielen sehenswerten Bauwerken.
Tag 7: León – Sahagún – Sasamón – Burgos – Pamplona
Da wir am Vortag nur in Leóns Innenstadt waren, sind wir am Morgen noch am Convento de San Marcos, dem Museo de Arte Contemporáneo de Castilla y León und der Plaza de Toros vorbeigefahren.
Anschließend sind wir bis nach Sahagún gefahren, wo wir die Iglesia de San Lorenzo (Kirche) angeschaut haben.
Fahrt León – Sahagún: ca. 45 min/60 km
Dann ging es weiter nach Sasamón. Schon als wir durch die Straßen gefahren sind hat uns das Städtchen super gefallen und das Highlight ist die Iglesia de Santa María la Real, eine Kirche im Stadtzentrum, vor der sich auch ein Brunnen befindet.
Fahrt Sahagún – Sasamón: ca. 50 min/90 km
Außerdem sind wir noch nach Olmillos de Sasamón gefahren, um die Burg zu sehen.
Fahrt Sasamón – Olmillos de Sasamón: ca. 5 min/3 km
Von dort ging es nach Burgos, wo wir zu Fuß die Altstadt erkundet haben. Durch den tollen Arco de Santa María (Torbogen) sind wir bis zur Catedral gelaufen. Auf der Reise hatten wir ja schon einige Kirchen und Kathedralen gesehen, diese war aber wirklich nochmal sehr beeindruckend und wirklich riesig. Wir haben sie ausführlich von allen Seiten betrachtet und sind dann bis zur Plaza Mayor spaziert. Auch in Burgos gab es einige Jakobsweg-Muscheln zu sehen.
Fahrt Olmillos de Sasamón – Burgos: ca. 30 min/30 km
Unser letzter Stopp war Pamplona. Dort sind wir vorbei an der Iglesia de San Saturnino (Kirche) bis zum Ayuntamiento (Rathaus) gelaufen und dann weiter bergauf bis zur Catedral de Santa María de la Asunción, die zwar sehr schön war, aber bei weitem nicht so eindrucksvoll wie die Kathedrale in Burgos. Dafür war die Plaza de Toros, die Stierkampfarena, eine der weltweit größten. Davor befindet sich das Monumento al Encierro, ein Denkmal fürs Stierrennen. Obwohl es in Pamplona nicht so viele Bauwerke gibt, die einzeln betrachtet sehr herausstechen, hat uns die Stadt sehr gut gefallen.
Fahrt Burgos – Pamplona: ca. 2h 15min/ca. 210 km
Tag 8: Pamplona – San Sebastián – Zumaia – Bilbao
Am Morgen sind wir nach San Sebastián (Donostia) gefahren und haben in der Nähe des Palacio de Congresos y Auditorio Kursaal geparkt.
Fahrt Pamplona – San Sebastián: ca. 1h 10min/85 km
Von dort haben wir unseren Spaziergang durch die Stadt begonnen. Zuerst ging an der Küste über den Pasealeku Berria um den Berg Monte Urgull, auf dem sich auch die Jesus-Statue befindet. Außerdem kann man von dort die Isla de Santa Clara, eine Insel, die kurz vor San Sebastián liegt, sehen. Vorbei am Aquarium, dem Puerto de San Sebastián (Hafen) und dem schönen Rathaus (Donostiako Udala) vor dem Alderdi Eder Park sind wir bis zum Strand La Concha (Kontxako Hondartza) gelaufen. Der wird regelmäßig zu einem der schönsten Strände gewählt und ist – vor allem für einen Stadtstrand – wirklich traumhaft! Als nächstes sind wir durch die schönen Gassen der Altstadt bis zur Iglesia de Santa María (Kirche) spaziert und danach zur tollen Plaza Mayor (Platz). Vorbei an zahlreichen Pintxos-Bars sind wir dann weiter zur Iglesia de San Vicente (Kirche) gelaufen. Außerdem haben wir das Museo San Telmo (Museum) und den Mercado San Martín (Markt) gesehen. San Sebastián ist wirklich eine wunderschöne Stadt mit tollem Flair!
Nachdem wir die Stadt erkundet hatten sind wir an einer tollen Küstenstraße entlang bis nach Zumaia gefahren, um dort die tolle Felslandschaft Flysch zu bewundern. Die Gesteinsschichten, die sich am Strand aneinanderreihen waren für mich ein absolutes Highlight, einfach wunderschön anzuschauen.
Fahrt San Sebastián – Zumaia: ca. 40 min/35 km
Den Strand fanden wir allerdings im vorherigen Ort Getaria schöner, außerdem konnte man dort besser parken, also sind wir die paar Kilometer wieder zurückgefahren und haben den restlichen Nachmittag dort am Strand verbracht bevor wir weitergefahren sind nach Bilbao. Dort haben wir wieder in unser Hotel vom Anfang eingecheckt.
Fahrt Zumaia – Getaria: ca. 10 min/7 km
Fahrt Getaria- Bilbao: ca. 1 h/80 km
Tag 9: Canyoning Elgoibar – San Juan de Gaztelugatxe – Bakio – Bilbao
Wir hatten vorab eine Canyoning-Tour gebucht, am Morgen sind wir dafür zum Treffpunkt nach Elgoibar gefahren. Dort sind wir mit dem Guide und zwei weiteren Paaren in den Wald gefahren, haben Neoprenanzüge, Helme und Abseilausrüstung bekommen und sind dann erstmal ein ganzes Stück bergauf gelaufen. Dort ging der Spaß los: durch einen kleinen Fluss sind wir wieder bergab gekraxelt, es war ein Mix aus laufen, rutschen, springen, klettern und abseilen. Es war teilweise wirklich anstrengend und wir waren super froh, dass wir in Europa waren, wo uns keine giftigen Spinnen oder Schlangen erwartet haben. Manchmal sieht man vorher wirklich nicht, wo man hinlangt oder reinspringt und wir waren mitten im Wald. Es war auf jeden Fall eine richtig coole Tour, das können wir nur weiterempfehlen!
Canyoning halbtägig: ca. 55 € (Stand Juli 2019)
Fahrt Bilbao – Elgoibar: ca. 40 min/55 km
Nach dem Canyoning sind wir nach San Juan de Gaztelugatxe gefahren und durften dort erstmal ein paar Runden über die Parkplätze drehen bis wir einen freien Platz gefunden haben. Auf dieser Reise sind uns generell sehr wenige andere Touristen begegnet, aber an diesem Ort war wirklich die Hölle los. Wir haben zwar keine einzige Folge Game of Thrones gesehen, aber offensichtlich sind wir damit so ziemlich die einzigen und jeder wollte den bekannten Drehort sehen. Wir hatten Glück, denn am Einlass wurde uns mitgeteilt, dass man den Ort bald ohne vorherige Anmeldung nicht mehr besuchen könnte, wir wurden aber reingelassen und der Eintritt war kostenfrei. Die Landschaft war wirklich wunderschön und nach einem kurzen Marsch haben wir dann die Insel sehen können, die Aussicht war wirklich super! Man hätte bis auf die Insel laufen können, nach dem anstrengenden Vormittag fanden wir die Aussicht auf hunderte Stufen aber nicht sehr toll, also haben wir nur den Ausblick genossen und sind dann wieder zurückgelaufen.
Fahrt Elgoibar – San Juan de Gaztelugatxe: ca. 1 h/75 km
Dann sind wir nach Bakio gefahren und haben den restlichen Nachmittag am tollen Sandstrand verbracht.
Fahrt San Juan de Gaztelugatxe – Bakio: ca. 20 min/7 km
Am Abend sind wir nach Bilbao gefahren, dort noch ein bisschen durch die Geschäfte im Centro Comerial Zubíarte gelaufen und haben dort zu Abend gegessen.
Fahrt Bakio – Bilbao: ca. 30 min/30 km
Tag 10: Bilbao & Abreise
An unserem letzten Tag in Nordspanien sind wir am Morgen nach Bilbao gefahren, um die größte Stadt des Baskenlands zu entdecken. Wir haben in der Nähe der Plaza Circular (Plaza Biribila) geparkt und sind dann vorbei am schönen Bahnhofsgebäude Abando Indalecio Prieto über die Brücke Puente del Arenal bis zum Teatro Arriaga (Theater) gelaufen. Anschließend sind wir durch die schönen Straßen der Altstadt spaziert, vorbei am Brunnen Fuente del Perro (Txakurraren Iturria) bis zur Catedral. Von dort sind wir zum Flussufer gegangen und dort ein Stück mit Blick auf die schönen Häuserfronten entlanggeschlendert bis zum Mercado de la Ribera. In dieser tollen Markthalle haben wir super leckere Pinxtos gegessen, es gab eine riesige Auswahl, absolute Empfehlung! Danach sind wir vorbei an der Kirche San Anton Eliza und dem Museo Vasco (Museum) auf der Unamuno Miguel Plaza bis zur schönen Plaza Nueva gelaufen. Von dort sind wir ein ganzes Stück bis zur Plaza de Toros (Stierkampfarena) gegangen und dann weiter zur Alhóndiga (Azkuna Zentroa), einer Veranstaltungsstätte mit einem großen Saal mit außergewöhnlichen Säulen. Dann ging es in den moderneren Teil Bilbaos, zuerst zum Fußballstadion Polideportivo San Mamés, danach zum Mehrzweckgebäude Palacio Euskalduna und schließlich in den toll angelegten Park Casilda Iturrizar, von wo man auch den Wolkenkratzer Torre Iberdrola sieht. Vorbei am Museo de Bellas Artes (Kunstmuseum) sind wir dann zum absoluten Highlight in Bilbao gelaufen, dem Museo Guggenheim. Wie in New York waren wir von der Architektur total begeistert und die riesige Hundestatue aus Blumen, Puppy, die vor dem Museum steht, ist auch wirklich toll. Spätestens seitdem ich in Dan Browns Roman Origin von dem Kunstwerk „The Matter of Time“ gelesen hatte, wollte ich es auch in echt sehen und so sind wir auch ins Museum reingegangen. Wir sind keine großen Museumsfans und vor allem Kunstmuseen sind normal nicht so unser Ding, aber dieses hat uns wirklich gut gefallen, es war auf jeden Fall abwechslungsreicher als das New Yorker Guggenheim und es gab einige außergewöhnliche Kunstwerke, darunter auch die große Spinnenskulptur Maman. Nach der Besichtigung des Museums sind wir noch vorbei an der Brücke Zubizuri bis zum Ayuntamiento (Bilboko Udaletxea), also dem Rathaus, spaziert.
Museo Guggenheim: Eintritt 17 € (Stand Juli 2019)
Am späten Nachmittag ging es dann zum Flughafen und von dort zurück nach Deutschland. Bilbao ist eine tolle Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, aber es ist auch schon wundervoll durch die schönen Gassen in der Altstadt zu spazieren – und ein paar leckere Pinxtos sollte man sich auch nicht entgehen lassen.
Fazit
Bei Spanien denkt man ja meistens zuerst an Strände, Inseln und die Metropolen Madrid und Barcelona, diese Reise hat uns gezeigt, wie abwechslungsreich das Land aber tatsächlich ist. In Nordspanien haben wir viele super schöne Bauwerke, vor allem Kirchen, entlang des Jakobswegs gesehen. Noch beeindruckender fanden wir allerdings die Landschaft: tolle Gebirge, traumhafte Strände und außergewöhnlichen Felsformationen an der Küste. Auch kulinarisch hat Nordspanien einiges zu bieten, wir haben überall sehr lecker gegessen. Das Wetter ist im Norden natürlich etwas unbeständiger als in Südspanien, wenn es mal nicht warm genug für den Strand ist, gibt es aber auch so einiges zu entdecken. Ich würde jetzt nicht behaupten, dass Nordspanien ein Geheimtipp ist, aber auf jeden Fall weniger erschlossen als der Süden des Landes und absolut eine Reise wert!
Bewertung Reisetauglichkeit mit Baby oder Kind
Grundsätzlich ist Spanien durchaus gut mit Baby oder Kind zu bereisen, allerdings kann man hier – ähnlich wie in Italien – in den Altstädten keine Wickelmöglichkeiten oder kinderwagentaugliche Straßen erwarten. Die Hotels und Restaurants sind üblicherweise mit Babybetten und Hochstühlen ausgestattet, es ist aber immer empfehlenswert, vorab nachzufragen. Auf gar keinen Fall würden wir von einer Reise nach Nordspanien abraten, es wäre allerdings auch nicht unser erster Tipp, weil das Wetter auch im Sommer recht unbeständig ist und es für uns ein typisches Roadtrip-Ziel mit vielen Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten ist. Wenn man eine Reise mit Baby oder Kleinkind nach Nordspanien plant, würden wir Hotels mit Indoor-Pools suchen, um eine Beschäftigung für schlechtes Wetter zu haben und lieber etwas mehr Zeit einplanen. Die meisten Fahrtstrecken waren nicht allzu weit und somit auch mit kleinen Kindern gut machbar. Bis auf das Canyoning sind die Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten, die wir angeschaut haben, durchaus auch mit Baby oder Kind möglich, die Wanderung in den Picos de Europa könnte allerdings recht anstrengend werden mit „Zusatzgewicht“ in der Trage. Die (medizinische) Infrastruktur ist durchaus gegeben und generell ist Nordspanien ein wirklich tolles Reiseziel, wir glauben aber, dass man dort mit etwas älteren Kindern mehr Spaß halt als mit den ganz kleinen.