Reisevorbereitungen ohne und mit Baby

Nicht nur das Reisen an sich ändert sich mit Baby, auch die Vorbereitungen sehen bei uns nun völlig anders aus. In diesem Artikel möchte ich euch nicht Punkt für Punkt durch die Planung unserer Reisen führen (schaut dafür gerne mal unsere Checklisten zur Reisevorbereitung an), sondern vielmehr darauf eingehen, wie sich unser Fokus verändert hat.

Reisevorbereitungen als Paar

Als wir noch zu zweit unterwegs waren, hatte bei der Reiseplanung und –vorbereitung jeder seinen festen Zuständigkeitsbereich: zuerst haben wir beide etwas recherchiert und uns auf eine grobe Route geeinigt, dann habe ich (Corinna) etwas genauer geplant, was wir wo anschauen möchten und wie lange wir dort brauchen. Sobald nicht nur die einzelnen Stationen, sondern auch die Aufenthaltsdauer feststand, ging es für Marcel ins Detail: er hat Flüge, Unterkünfte und gegebenenfalls Mietwagen, Fähren oder sonstige Fortbewegungsmittel recherchiert, verglichen und gebucht. Parallel dazu habe ich sehr konkrete Sightseeing-Pläne geschmiedet: auf Blogs, in einigen Büchern oder Reiseführern und mit verschiedenen Portalen habe ich sämtliche Sehenswürdigkeiten recherchiert, Ausflüge herausgesucht und alles, was wir sehen wollten, in eine Karte eingetragen. Bevor wir losgeflogen sind, wussten wir schon ganz genau, was wir anschauen, wie wir dorthin kommen, wo wir parken können, was es kostet und was uns erwartet. Wir waren perfekt vorbereitet und alles war genauestens geplant. Ich wollte nichts verpassen und ich glaube, wir haben manchmal „Sehenswürdigkeiten“ angeschaut, die nicht mal die Einheimischen kannten. Es hat uns auf unseren Reisen wirklich Spaß gemacht, von einem Ort zum nächsten zu ziehen und so viel wie möglich zu sehen. Bevor es auf Reisen ging, haben wir uns also vor allem ganz viel damit beschäftigt, was uns an unserem Reiseziel erwartet. Die Koffer hatten wir innerhalb kürzester Zeit gepackt und dann ging es auch schon los (natürlich haben wir auch vor dem Baby den Müll nochmal runtergebracht und die Pflanzen gegossen, aber das ging einfach nebenbei).

Reisevorbereitungen als Familie

Jetzt mit Baby sieht das plötzlich ganz anders aus: mittlerweile planen wir nicht mehr so ausführliche Rundreisen mit zahlreichen Stopps und auf unsere Reiseziele hatten wir uns (außer bei der allerersten Reise) ziemlich schnell festgelegt. Marcels to do-Liste sieht noch fast aus wie vorher: die besten Reisedeals recherchieren und buchen – nur achtet er dabei jetzt vor allem bei der Unterkunft noch sehr darauf, dass sie für uns als Familie geeignet ist (als Paar hatten wir noch „einfachere“ Anforderungen). Zusätzlich dazu hat er nun aber auch angefangen, einen Teil meiner Aufgaben mit zu übernehmen, denn er recherchiert jetzt auch, was wir unternehmen könnten. Nach wie vor schaue auch ich noch, was wir gesehen und gemacht haben müssen, wobei ich da nun sehr viel oberflächlicher bin, erstens begrenzt sich der zeitliche Aufwand für die Recherchen mittlerweile auf wenige Stunden, zweitens finde ich es auch nicht mehr so wichtig, alles gesehen zu haben – wir wollen schon noch etwas erleben, aber vielleicht muss man nicht fünf Tempel anschauen, sondern einer reicht auch aus. Und da wird jetzt auch mal am Vorabend kurz geschaut, was der kostet und wie wir da am besten hinkommen – einfach weil ich es vorher noch nicht so ausführlich nachgeschaut habe. Was nun allerdings sehr viel mehr Zeit in Anspruch nimmt, ist das Packen bzw. das Vorbereiten dafür: haben wir ausreichend Kleidung in der richtigen Größe, die zum Klima des Reiseziels passt? Welche Snacks und Lebensmittel nehmen wir mit? Haben wir noch genug Windeln? Ich fange schon Wochen vorher an, alles zu checken und vorzubereiten und auch das Packen selbst ist nun nicht mehr innerhalb von fünfzehn Minuten erledigt, die Koffer liegen schon eine Woche vorher bereit und werden häppchenweise eingeräumt. Außerdem finde ich es jetzt umso schöner nach dem Urlaub in eine saubere Wohnung zurückzukommen während mir das früher nicht so wichtig war.

Was sich verändert hat

Die Prioritäten haben sich einfach komplett geändert, von „wir wollen so viel wie möglich sehen und nichts verpassen“ zu „wir wollen als Familie ein Land kennenlernen und da darf auch gerne mal eine Sehenswürdigkeit ausgelassen werden“. Was ich vorher nicht erwartet hätte: dadurch finde ich Reisen als Familie häufig sogar entspannter als vorher, es funktioniert auch, wenn vorher nicht jedes Detail geklärt ist – wobei ich mich zugegebenermaßen manchmal doch ärgere, wenn wir einen Fail erleben, der durch etwas Recherche zu vermeiden gewesen wäre, das kommt allerdings nicht allzu häufig vor.

Unsere Tipps

Was wir empfehlen würden, um auch als Familie stressfrei unterwegs zu sein:

  • Packlisten verwenden, das spart Zeit (hier findest du unsere kostenfreien Packlisten zum Download).
  • Reiseziele auswählen, bei denen ihr kein schlechtes Gefühl habt, wenn ihr etwas „verpasst“
  • Rechtzeitig anfangen vorzubereiten und zu packen
  • Bei der Planung für eure Zeit vor Ort auf die wichtigsten Highlights konzentrieren

Fazit

Reisen mit Baby ist nicht komplizierter – es ist nur anders und die Schwerpunkte verschieben sich. Statt 90% Planen und 10% Packen sind wir jetzt eher bei 50%/50% angelangt, aber das ist auch völlig in Ordnung. Die Reisen, die wir gerade machen, brauchen keine perfekt durchgeplanten Programme, wir sehen eben nicht alles, was ein neues Reiseziel zu bieten hat oder entdecken Orte, an denen wir schon waren, nochmal ganz neu – und die besten Geschichten schreibt doch einfach das Leben.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

×