Sizilien Reiseblog mit Baby

September/Oktober 2024

Sizilien war eigentlich nicht unser Plan: Unsere erste Reise als Familie wollten wir irgendwo in Europa verbringen. Da es schon Spätsommer (Ende September/Anfang Oktober) war, sollte es im Süden sein, sodass wir noch gute Chancen auf Badewetter haben. Ob nun Griechenland, Spanien, Italien oder etwas ganz anderes, war uns eigentlich egal, wir haben wochenlang nach einem guten Angebot gesucht und nichts gefunden, was uns überzeugt hat. Dann sind wir auf Flug-Blind Booking aufmerksam geworden und haben uns einfach überraschen lassen – das Schicksal hatte Sizilien für uns ausgesucht. Die Insel hatten wir nie als Reiseziel auf dem Schirm und wir fragen uns tatsächlich, warum das so war, denn mit der “kleinen Schwester” Sardinien hatten wir uns schon ein paar mal befasst (waren aber noch nie dort). Somit ging es für uns ohne große Erwartungen auf die größte italienische Insel im Mittelmeer.

Inhalt

  • Route
  • Highlights
  • Fortbewegung
  • Unterkunft
  • Verpflegung
  • Geld
  • Trinkgeld
  • Sprache
  • Sicherheit
  • Sehenswürdigkeiten/Ausflüge
  • Reiseblog
  • Bewertung Reisetauglichkeit mit Baby oder Kind

Route

Tag 1: Anreise & Marina di Ragusa

Tag 2: Pool & Ragusa

Tag 3: Noto, Arco dell’Elefante und Siracusa

Tag 4: Pool & Modica

Tag 5: Pool & Ragusa Ibla

Tag 6: Pool & Comiso

Tag 7: Pool & Marina di Ragusa

Tag 8: Taormina

Tag 9: Strandtag am Lido di Noto mit Stopp in Pozzallo

Tag 10: Catania & Heimreise

Highlights

  • In Noto die wunderschöne barocke Altstadt erkunden
  • Den Arco dell’Elefante und die Aussicht auf das Meer und den Ätna bestaunen
  • Durch die süßen Gassen von Ragusa Ibla spazieren
  • In Taormina das lebensfrohe italienische Flair und die tollen Panoramen genießen
  • Am Lido di Noto einen Strandtag am glasklaren Meer verbringen

Fortbewegung

Auf Sizilien hatten wir einen Mietwagen und das würden wir auf jeden Fall auch empfehlen, wenn man die Insel erkunden möchte – oder alternativ mit dem Camper zu reisen, wobei das in den teilweise sehr engen Gassen sicherlich nicht so einfach ist. Es gibt auf der Insel viele Hotels, die etwas außerhalb der Stadtzentren liegen, also ist ein Auto sicherlich die einfachste Möglichkeit, von A nach B zu gelangen.

In den Städten gab es oft Touristen-Bimmelbahnen, damit sind wir in Catania zwar gefahren, aber das meiste wäre auch fußläufig gut erreichbar gewesen. Generell waren alle Städte, in denen wir waren, super zu Fuß zu erkunden. In Catania war es mit Kinderwagen in Ordnung, in den anderen Städten wäre es teilweise schwierig gewesen, denn häufig läuft man durch enge Gassen mit sehr schmalen und krummen Gehwegen, über Kopfsteinpflaster und über Treppen – wir würden die Trage empfehlen.

Unterkunft

Wir haben im Aurienzia gewohnt, einem kleinen Hotel bzw. eher Bed&Breakfast in Ragusa. Die Zimmer waren sehr schön, es wurde auch kostenfrei ein Babybett zur Verfügung gestellt. Der Poolbereich war schön angelegt und es gab ausreichend Schatten, der Pool an sich war für uns leider etwas kalt und es war eben ein “einfacher” rechteckiger Pool, ohne Babybecken oder ähnliches, dafür war es während unseres Aufenthalts sehr ruhig dort, häufig waren wir die einzigen Gäste am Pool. Das Frühstück war wahnsinnig gut, es gab viele sizilianische Leckereien und die Besitzerin hat häufig auch selbst etwas gebacken. Sie war sowieso sehr freundlich und bemüht, genauso wie die Mitarbeiterinnen, wir wurden sehr herzlich empfangen und stets gefragt, ob alles in Ordnung ist. An der Straße vor der Unterkunft gab es kostenfreie Parkplätze.

Verpflegung

In den Städten, die wir besucht haben, gab es überall zahlreiche Restaurants, wie in Italien üblich haben sie allerdings abends oft recht spät geöffnet, teilweise erst um 19:00 Uhr oder 19:30 Uhr. Das war der größte Minuspunkt an dieser Reise, denn wir wären abends gerne früher zurück in der Unterkunft gewesen. Insbesondere wenn das Kind schon etwas älter ist und abends früher ins Bett geht, finde ich das wirklich schwierig. Das Preisniveau war ähnlich wie Deutschland, wobei insbesondere Meeresfrüchte auf Sizilien vergleichsweise günstig waren.

Geld

Die italienische Landeswährung ist der Euro, somit kann man bereits Bargeld mitbringen. Kartenzahlung war in den Restaurants häufig auch möglich.

Trinkgeld

Üblicherweise wird in italienischen Restaurants das Gedeck mit 2-3 € p.P. berechnet. Darüber hinaus ist ein größeres Trinkgeld nicht üblich, Wechselgeld liegen zu lassen ist angemessen.

Sprache

In Italien wird Italienisch gesprochen, wie immer schadet es nicht, ein paar Worte der Landessprache zu kennen, man kommt aber auch mit Englisch zurecht.

Sicherheit

Wir haben uns jederzeit sicher gefühlt.

Aktuelle Informationen zur Sicherheitslage gibt es auch auf der Homepage des Auswärtigen Amtes.

Sehenswürdigkeiten/Ausflüge

Wir haben nichts vorab gebucht und alles auf eigene Faust angeschaut.

Reiseblog

Tag 1: Anreise

Unser Anreisetag startete früh, wir wurden am Morgen nach Stuttgart zum Flughafen gefahren, haben dort unser ganzes Gepäck aufgegeben und sind dann durch den Sicherheitscheck – der war sehr eigentlich sehr entspannt, es gab eine extra Familienschlange, an der außer uns keiner stand, allerdings mussten wir den Kleinen wecken und aus der Trage herausnehmen. Da er nun wach und gut gelaunt war, haben wir ihn am Gate noch etwas herumstrampeln lassen. Bevor es ins Flugzeug ging, gab es noch eine neue Windel und dann war er soweit: der erste Flug für unseren kleinen Entdecker. Wir hatten ja doch etwas Bammel, dass er Druck auf die Ohren bekommen würde und dann weint, um dem entgegenzuwirken, wollte ich beim Start stillen. Allerdings war er vorher schon hungrig und pünktlich als wir auf die Startbahn gerollt sind, satt – oh nein! Ausgestattet mit Schnuller (den er sonst nie nimmt, aber irgendwie wollte ich das Schlucken eben fördern) ging es in die Luft und unser Baby war ziemlich unbeeindruckt davon, kein Weinen, kein Jammern, ein Glück! Nach einem Schläfchen und etwas in der Gegend herumschauen sind wir auch schon in Catania gelandet, auch das völlig ohne Probleme. Der erste Flug war also schon mal wesentlich einfacher als wir erwartet hatten. Unser Gepäck hatten wir auch bald alles zusammengesucht, somit haben wir nur noch unseren Mietwagen gebraucht. Dafür haben wir uns aufgeteilt: Marcel hat den Mietwagen-Schalter gesucht, ich habe mit Baby und unserem Hab und Gut gewartet. Die Station war etwas versteckt, aber irgendwann haben wir sie doch gefunden und dank vorherigem online Check-in hatten wir innerhalb weniger Minuten unseren Mietwagen und konnten einladen und losfahren. Unsere Babyschale hatten wir von Zuhause mitgebracht und konnten sie einfach mit dem Dreipunktgurt befestigen.

! Informiert euch über die nationalen Gesetze und Regelungen bezüglich Kindersitzen, wenn ihr auf euren Reisen mit dem Mietwagen oder auch Taxi fahren möchtet.

Auf der Fahrt von Catania in den Süden zu unserer Unterkunft haben wir einen Still- und Supermarkt-Stopp eingelegt (Marcel hat eingekauft während ich das Baby gestillt habe). Obwohl die Anreise ohne Zwischenfälle verlief, waren wir doch sehr froh, als wir endlich in unserer Unterkunft angekommen waren und eingecheckt hatten.

Fahrt Catania – Ragusa: ca. 1h 40min / 105 km

Mittlerweile war es schon Abend, wir haben nur ein paar Dinge augepackt und sind dann direkt weitergefahren nach Marina di Ragusa, wo wir zu Abend essen wollten.

Fahrt Ragusa – Marina die Ragusa: ca. 25 min / 25 km

In einer Straße nahe des Zentrums haben wir einen Parkplatz gefunden und sind von dort erstmal in Richtung Strand, zum Spiaggia di Marina di Ragusa gelaufen – hallo Meer! Wir sind die Strandpromende entlangspaziert und dann vorbei am Torre Celestre o di Mazzarelli zur Piazza Duca degli Abruzzi gegangen, wo sich einige Restaurants befinden. Dort haben wir zu Abend gegessen und sind danach zurück ins Hotel gefahren, wo wir uns noch eingerichtet und dann geschlafen haben.

Tag 2: Pool & Ragusa

Am nächsten Morgen ging es erstmal zum Frühstück. Da unser Baby noch nicht sitzen konnte, hatten wir extra einen Reisebuggy, in dem er liegen kann, mitgenommen und ihn darin mit zum Frühstück genommen. Wir haben uns nacheinander etwas vom Buffet geholt während der jeweils andere beim Baby geblieben ist. Nach wenigen Minuten im Kinderwagen ließ die Begeisterung nach, also haben wir auch nacheinander bzw. mit Baby auf dem Schoß gefrühstückt – irgendwie klappt es immer.

Gestärkt haben wir uns fertig gemacht und der Kleine hat kurz geschlafen. Danach sind wir an den Pool gegangen. Das Wasser war Ende September für den Kleinen (und die verfrorene Mama :P) leider schon zu kalt, somit hat sich nur der Papa in den Pool getraut. Wir lagen auf den Liegen, haben gespielt und da außer uns niemand anderes am Pool war, hat unser Baby dort auch nochmal geschlafen und ich habe währenddessen etwas gelesen. Am Nachmittag haben wir uns fertig gemacht und sind mit dem Mietwagen ins Stadtzentrum von Ragusa gefahren.

Ragusa hat zwei Stadtteile: Ragusa Ibla und Ragusa Superiore. An diesem Tag wollten wir Ragusa Superiore erkunden.

Parkhaus unter Piazza Matteotti: 1 €/h (Stand September 2024, Werbung unbezahlt)

Wir haben bei der Piazza Matteotti geparkt und beim Herauslaufen gleich das imposante Gebäude der Poste Italiane sowie die gegenüberliegende Comune di Ragusa gesehen. Über den Corso Italia sind wir zum wohl bekanntesten Gebäude des Stadtteils gelaufen, zur Cattedrale di San Giovanni Battista. Dort haben wir uns etwas umgeschaut und sind auch durch den Garten geschlendert – das war etwas umständlich mit Kinderwagen, man musste ihn einige Male über hohe Stufen heben. Unser Baby war aber sowieso schon in der Trage, hat dort nochmal geschlafen und sich danach auch ein bisschen umgeschaut. Wir sind weiter zur Via Roma, einer Einkaufsstraße gegangen, über die decorative Noten und Notenschlüssel gespannt waren. Der Straße sind wir gefolgt bis wir auf einer Brücke über dem Park Vallata Santa Domenica standen, von der man auch eine schöne Aussicht auf die Ponte Vecchio hat, über die wir dann zurück ins Stadtzentrum gelaufen sind. Dort sind wir noch etwas durch die schönen Gassen spaziert und haben einen Ort zum Abendessen gesucht – zu “früher Stunde” gar nicht so einfach, denn die Öffnungszeiten der meisten Restaurants sind dort ziemlich “italienisch”, heißt: um 19:30 Uhr hat man eine gute Auswahl, aber so lange wollten wir nicht warten, also sind wir in das einzige Restaurant gegangen, das um 18 Uhr schon geöffnet hatte – und haben dort zum Glück lecker gegessen. Unser Kleiner wurde auch hungrig als unser Essen auf dem Tisch stand, also habe ich ihn zuerst gestillt und im Anschluss meine fast kalte Pizza gegessen, der Vorteil daran war allerdings, dass Marcel bis dahin schon fertig war und das Baby bespaßt hat während ich gegessen habe. Als alle satt waren, ging es wieder zurück ins Hotel.

Ragusa Superiore ist nicht riesig, aber für einen entspannten Spaziergang dennoch einen Besuch wert, am besten mit Baby in der Trage und nicht im Kinderwagen. Die engen italienischen Gässchen sind wirklich schön und auch die Kathedrale hat uns gut gefallen.

Tag 3: Noto, Arco dell’Elefante und Siracusa

Da es an diesem Tag etwas kälter werden sollte, wollten wir einen Sightseeing-Ausflug machen. So ging es nach dem Frühstück mit dem Auto nach Noto, die Fahrt war echt entspannt.

Fahrt Ragusa – Noto: ca. 55 min / 65 km

Parken: Parcheggio Città di Noto, 2€/h (Stand September 2024, Werbung unbezahlt)

Aufgrund der Bilder, die wir vorab von Noto gesehen hatten, haben wir den Kinderwagen gar nicht erst mitgenommen, was auf jeden Fall die richtige Entscheidung war, die Gassen waren teilweise sehr eng und steil, mit Trage war das aber gar kein Problem. Vom Parkplatz aus sind wir vorbei an den bunten Treppen Scalinata Mariannina Coffa und Scalinata Fratelli Bandiera zum zentralen Platz Piazza del Duomo gelaufen, um den sich einige der Hauptsehenswürdigkeiten der barocken Altstadt befinden: die imposante Cattedrale di San Nicolò, der Palazzo vescovile, das Monumento ai Caduti nella Grande Guerra und das Municipio. Die Gebäude sind wirklich beeindruckend und die Aussicht von den Domtreppen ist wahnsinnig toll. Von dort sind wir den Corso Vittorio Emanuele in beide Richtungen abgelaufen, zuerst in die eine Richtung vorbei an der Chiesa di San Carlo al Corso bis zur Chiesa di San Domenico und der davorliegenden Fontana d’Ercole sowie dem gegenüberliegenden Teatro Comunale Tina di Lorenzo, dann in die andere Richtung, vorbei am Museo archeologico di Noto, dem Museo Civico und der Piazza San Francesco all’Immacolata bis durch das alte Stadttor Porta Reale o Ferdinandea. Dahinter liegt noch ein Park sowie einige Markstände, wo wir uns eine Kleinigkeit zu essen geholt haben. Danach haben wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz gemacht und haben unser nächstes Ziel angesteuert. Noto ist ein richtiges Juwel mit beeindruckenden Gebäuden und tollem Flair, wir hatten den Tag also mit einem Highlight gestartet.

Fahrt Noto – Capo Murro di Porco: ca. 45 min / 40 km

Wir sind in Richtung Capo Murro di Porco gefahren, vorbei am Faro di Capo Murro di Porco bis zum Ende der Straße. Dort haben wir unser Auto geparkt (es gab keinen eingezeichneten Parkplatz, vor uns standen allerdings auch schon zwei Autos, also haben wir uns in der Hoffnung, dass das so in Ordnung ist, einfach dahinter gestellt) und sind zur Steinformation Arco dell’Elefante gelaufen. Es war ein kleiner Trampelpfad über steinien Untergrund, nicht schwierig, aber etwas trittfest sollte man doch sein – auf jeden Fall nichts für einen Kinderwagen. Der Fels ähnelt tatsächlich einem Elefanten und auch die Aussicht auf das dunkelblaue Meer war wahnsinnig schön, in Richtung Catania konnten wir sogar einen Blick auf den weit entfernten Ätna werfen. Nachdem wir das Panorama genossen hatten, sind wir wieder zurückmarschiert und hatten noch eine kurze Fahrt zu unserem letzten Ziel vor uns.

Fahrt Capo Murro di Porco – Siracusa: ca. 30min / 15 km

Als wir noch zu zweit gereist sind, haben wir immer sehr viel Zeit mit Reisevorbereitungen verbracht, haben uns über sämtliche Sehenswürdigkeiten informiert und zahlreiche Artikel und Blogs zu unseren Zielen gelesen, wir waren wirklich gut vorbereitet. Bei dieser Reise hatten wir uns zwar schon grob informiert, aber eigentlich hatten wir gar nicht erwartet, dass wir so einen “großen” Ausflug machen würden, also waren unsere Recherchen eher oberflächlich gewesen – und das hat sich in diesem Moment gerächt. Wir sind nach Siracusa gefahren und haben im letzten Moment irgendetwas von Einfahrtsbeschränkungen auf einem Straßenschild gesehen – allerdings hatte der Kleine gerade in diesem Augenblick Hunger, ich war somit unkonzentriert und Marcel war auf die Straßenführung konzentriert und hatte somit den italienischen Text auch nicht in der Kürze der Zeit erfassen können. Nun ja, wir sind also in die Stadt gefahren und wissen bis heute nicht, ob wir das gedurft hätten (es kam kein Strafzettel an, aber wir haben im Nachhinein gelesen, dass es tatsächlich gewisse Sperrzeiten gibt, zu denen nur Anwohner in die Stadt fahren dürfen, also informiert euch dazu am besten vorab, wenn ihr die Stadt anschauen wollt). Das Parkhaus, das wir ausgesucht hatten, lag in der Innenstadt und wir sind mit einigen Schweißperlen auf der Stirn durch die belebten engen Gassen der Altstadt gefahren, immer mit dem schlechten Gefühl, hier nicht sein zu dürfen. Das Ende vom Lied war, dass das Parkhaus voll war, der Parkwächter uns aber ein anderes empfohlen hat, das etwas außerhalb lag.

Parken: Parcheggio Talete, 1,50 €/h (Stand September 2024, Werbung unbezahlt)

Wir haben dort geparkt, dann wurde uns erzählt, dass die Parkautomaten nicht funktionieren und wir in der Stadt Wertmarken kaufen müssten, die wir ins Auto legen. Ganz ehrlich: die Anfahrt war stressig gewesen, es war schon später als wir gehofft hatten, der Kleine hatte Hunger und wir hatten absolut keinen Bock, jetzt auch noch für ominöse Wertmarken hin- und herzulaufen, aber wir haben keine andere Lösung gesehen, wenn wir nicht noch ewig einen alternativen Parkplatz suchen wollten, also habe ich das Baby gestillt und Marcel hat sich darum gekümmert. Mit gedrückter Stimmung startete dann unser Spaziergang durch Ortygia. Wir haben den Tempio di Apollo angeschaut und sind anschließend den Corso Giacomo Matteotti, eine belebte Einkaufsstraße, bis zur Piazza Archimede, auf der sich die Fontana di Diana befindet, entlanggelaufen. Der Platz ist von einigen schönen Gebäuden umgeben, allerdings hatte kurz bevor wir in der Stadt waren, wohl irgendeine größere Veranstaltung stattgefunden, von der noch Bühnen und Absperrungen abgebaut wurden, unser Blick war also etwas verstellt. Weiter ging es vorbei am Palazzo Beneventano Del Bosco bis zur Piazza del Duomo, wo sich wieder zahlreiche Sehenswürdigkeiten aneinandergereiht haben: unter anderem die Cattedrale Metropolitana/Tempio di Atena, der Palazzo Arcivescovile, der Palazzo della Sovrintendenza ai Beni Culturali di Siracusa, das Ipogeo di Piazza Duomo, das Municipio di Siracusa sowie die Kirche Santa Lucia alla Badia. Auch an diesem Platz wurde das Ambiente allerdings durch die Aufräumarbeiten etwas gestört. Vorbei an der Fonte Aretusa sind wir bis zur Mitoraj sculpture gelaufen und haben von dort das Castello Maniace gesehen. Anschließend sind wir noch durch ein paar süße Gässchen in der Innenstadt spaziert – dort kam etwas entfernt vom Abbautrubel an den Hauptsehenswürdigkeiten doch noch etwas italienisches Flair auf. Da wir noch eine etwas längere Rückfahrt vor uns hatten, wollten wir nicht allzu spät zu Abend essen, doch während kurze Zeit vorher alle Restaurants zum “Mittagstisch” noch brechend voll waren, sind wir nun von einer verschlossenen Tür zur nächsten gelaufen, in einem so touristischen Ort hätten wir das dann doch etwas anders erwartet und waren froh, als wir mithilfe des Internets doch noch ein geöffnetes Restaurant gefunden hatten, in dem wir dann auch sehr gut gegessen haben. Alles in allem stand dieser Stopp in Siracusa wohl nicht unter dem besten Stern, eigentlich ist es aber ein schönes Städtchen.

Fahrt Siracusa – Ragusa: ca. 1h 10min / 95 km

Den ganzes Sightseeing-Tag hat unser kleiner Mann super mitgemacht: er hat immer mal geschlafen, wenn er hungrig wurde habe ich ihn gestillt und ansonsten war er entspannt in der Trage. Dennoch waren wir alle froh als wir wieder zurück in der Unterkunft waren, dort konnte er sich noch etwas austoben bevor wir geschlafen haben.

Barocke Altstadt in Noto

Tag 4: Pool & Modica

Nach dem großen Ausflug am Vortag haben wir es wieder entspannt angehen lassen: Frühstück, Schläfchen, Tag am Pool. Erst am Nachmittag haben wir uns fertig gemacht und sind wieder in eine Stadt in der Nähe gefahren, es ging nach Modica.

Fahrt Ragusa – Modica: ca. 25 min / 15 km

Parken Modica: an der Straße vor dem Bahnhof, kostenlos (Stand Oktober 2024)

Modica ist ziemlich bergig und obwohl wir kein riesiges Auto hatten, war die Fahrt zum Parkplatz schon recht abenteuerlich, vor jeder Kurve haben wir gehofft, dass kein Gegenverkehr kommt, haben uns gefragt, wie das auf dem Rückweg bergauf funktionieren sollte und waren heilfroh, zumindest einen Mietwagen mit Automatikgetriebe zu haben. Als das Auto stand und wir zu Fuß in die Stadt gelaufen sind, hat der entspanntere Teil des Ausflugs begonnen – allerdings waren die bergigen Straßen zu Fuß nicht weniger schweißtreibend als im Auto. Vorbei an der Basilica Santuario Madonna delle Grazie ging es erstmal über den Corso Umbero I, um ins Stadtzentrum zu gelangen. Wir sind bis zum schönen Duomo di San Pietro Apostolo spaziert, ab dort ging es über Treppen und eine Straße bergauf zum Duomo di San Giorgio. Der Weg war – insbesondere mit Baby in der Trage – doch recht anstrengend, obwohl es nicht sehr weit war, aber der Ausblick auf die Stadt hat auf jeden Fall dafür entschädigt. Oben angelangt sind wir noch ein Stück weiter gelaufen, in Richtung Castello dei Conti, das haben wir allerdings nicht besichtigt, sondern sind durch ein Tor gegangen und über Treppen und enge Gässchen wieder nach unten gelangt. Vorbei an der Chiesa collegiate di Santa Maria di Betlem ging es zur Piazza Principe di Napoli, wo wir nicht nur das Monumento ai Caduti und die Comune di Modica gesehen haben, sondern auch einen tollen Ausblick auf die Burg hoch oben auf dem Berg hatten. Mit diesem schönen Panorama haben wir zu Abend gegessen – dieses Mal haben wir ohne lange Suche ein geöffnetes Restaurant gefunden – und uns dann wieder auf den Rückweg in die Unterkunft gemacht. Auf der Heimfahrt hatten wir glücklicherweise an den engen steilen Stellen keinen Gegenverkehr und sind so gut wieder aus Modica raus gekommen. Die Stadt hat uns gut gefallen, vor allem der Ausblick von oben war toll, aber auch die süßen kleinen Gassen waren sehenswert.

Tag 5: Pool & Ragusa Ibla

Das Konzept “vormittags am Pool entspannen, nachmittags lockeres Sightseeing und anschließend Abendessen” sehr zugesagt hat, haben wir genauso weiter gemacht. Irgendwie war es zwar ein etwas trüber Tag und ich war völlig unmotiviert, nochmal die Unterkunft zu verlassen, aber wir mussten ja sowieso irgendwohin, um etwas zu essen und zum Glück sind wir noch nach Ragusa Ibla gefahren.

Parken Ragusa Ibla: Visa San Paolo Parking, kostenlos (Stand Oktober 2024, Werbung unbezahlt)

Schon als wir vom Parkplatz in Richtung Stadt gelaufen sind, hatten wir eine schöne Aussicht auf die im Berg gelegenen Häuser. Wieder lag ein Aufstieg vor uns: über die Piazza della Repubblica mit der Chiesa delle Santissime Anime del Purgatorio die pittoresken engen Gassen nach oben bis zum Aussichtspunkt Belvedere Solarino und dann zum Duomo di San Giorgio auf der Piazza Duomo. Von dort sind wir über den Corso XXV Aprile durch die wunderschöne barocke Altstadt spaziert, vorbei am Palazzo Arezzo di Trifiletti, am Palazzo Arezzo Donnafugata, der Chiesa di San Giuseppe Ragusa sowie dem Palazzo comunale an der Piazza Pola bis zum Antico Portale di San Giorgio. Danach waren wir noch im Park Giardino Ibleo mit der Chiesa di Sant’Agata ai Cappuccini, der Chiesa di San Vincenzo Ferreri und der Statua di Nettuno. Während wir in Ragusa und Modica gefühlt die einzigen Touristen waren, war Ragusa Ibla doch etwas belebter, es hatte für uns auch etwas mehr Flair. Wir sind noch eine Weile durch die Straßen geschlendert bevor wir uns auf die Suche nach einem Restaurant für das Abendessen gemacht haben – hier hatten zwar einige geöffnet, allerdings war die Küche noch geschlossen. So sehr wir Italien mögen, diese Restaurant-Öffnungszeiten haben uns wirklich etwas genervt, weil wir am Abend nicht so spät zurück im Hotel sein wollten, dass der Kleine nochmal die Möglichkeit hat, sich vor dem Schlafen zu bewegen. So sind wir eben von Restaurant zu Restaurant gelaufen, haben die Öffnungszeiten und Speisekarten studiert und sind wie so häufig in dem gelandet, das am frühesten öffnet. Dennoch war es auf dem Heimweg schon dunkel, so hatten wir nochmal einen richtig tollen Blick auf den beleuchteten Dom und die Stadt, Ragusa Ibla ist wirklich schön.

Tag 6: Pool & Comiso

Wieder haben wir den Tag in der Unterkunft am Pool verbracht, dieses Mal auch ein bisschen länger, denn es war noch etwas wärmer als an den vorherigen Tagen. So langsam gingen uns die Städtchen in der Nähe aus und ich bin auf der Landkarte auf Comiso gestoßen, also sind wir dort am späten Nachmittag hingefahren. Dort haben wir die Chiesa madre di Santa Maria delle Stelle uns sind dann zum zentralen Platz Piazza Fonte Diana gelaufen, an der sich auch die Comune di Comiso – und eben der Brunnen – befindet. Danach sind wir noch zur Basilica Maria Santissima Annunziata spaziert und dann noch weiter durch die Straßen geschlendert, wobei die Stadt etwas ausgestorben war. Super touristisch waren die anderen kleinen Städtchen jetzt auch nicht, aber in Comiso kamen wir uns fast ein bisschen fehl am Platz vor. Die Restaurant-Suche war dort noch schwieriger als in den anderen Städten, wir haben einige Zeit totgeschlagen bis endlich das erste Restaurant geöffnet hat – und dort hat unser Anliegen, um 19 Uhr etwas essen zu wollen, auch sehr große Verwunderung erzeugt. Nun ja, wir haben etwas bekommen, es war wirklich lecker und danach ging es zurück in die Unterkunft, dieser Ausflug war etwas seltsam.

Tag 7: Pool & Marina di Ragusa

Obwohl wir immer große Pool-Fans sind, wollten wir eigentlich auch mal ins Meer gehen. Deshalb haben wir beschlossen, nochmal nach Marina die Ragusa zu fahren. Eigentlich wollten wir an diesem Tag etwas früher los und uns mal an den Strand legen bevor wir zum Abendessen gehen, dann ist der Kleine am Pool aber nochmal eingeschlafen und es wurde doch später – ich war darüber gar nicht so traurig, denn irgendwie war ich auch nicht so überzeugt davon, mit ihm auf einer Decke im Sand zu liegen, ganz abgesehen vom mangelnden Schatten. So haben wir uns vorgenommen, lieber nochmal woanders an den Strand zu fahren und haben einfach in Marina di Ragusa noch einen Strandspaziergang gemacht bevor wir dort zu Abend gegessen haben – das war wohl auch die bessere Lösung.

Tag 8: Taormina

Da es nochmal etwas kälter werden sollte und es im Schatten am Pool dann doch etwas frisch wurde, haben wir nochmal einen größeren Ausflug gemacht, es ging nach Taormina und wir waren eigentlich ganz froh, dass uns das Wetter dazu “gezwungen” hat, denn von dieser Stadt hatten wir viel Positives gelesen. Schon die Fahrt dorthin war stellenweise richtig schön mit Ausblick auf das Meer.

Fahrt Ragusa – Taormina: ca. 2h / 155 km, Maut einfach 1,80 € (Stand Oktober 2024)

Parken Taormina: Astoria Parking Taormina centro, 5€/h bzw. 30€/Tag (Stand Oktober 2024, Werbung unbezahlt)

Schnell haben wir gemerkt, dass sich auch einige andere Touristen für diese Stadt interessiert haben, die Straßen waren ganz schön voll. Da wir einen etwas längeren Aufenthalt in Taormina geplant haben, haben wir dieses Mal auch den Reisebuggy mitgenommen – Spoiler: auf der Hauptstraße war das ok, aber in die Seitenstraßen haben oft Treppen geführt, also wären wir nur mit Trage mal wieder besser beraten gewesen. Von unserem Parkplatz aus sind wir durch die Porta Messina in die Altstadt gelangt und haben dort zuerst die Piazza Vittorio Emanuele II angesteuert. Dann sind wir den Corso Umberto entlangspaziert, an der belebten Fußgängerstraße befinden sich zahlreiche Geschäfte und Restaurants, außerdem führen von dort viele kleine malerische Gassen nach oben oder unten. In einer solchen Seitenstraße haben wir erstmal etwas zu Mittag gegessen und dann gestärkt weiter die Stadt erkundet. Vorbei an der Naumachia di Taormina sind wir wieder zurück auf die Einkaufsstraße gegangen und dort weiter bis zur Piazza IX Aprile, die von einigen historischen Gebäuden umgeben ist: der Chiesa di Sant’Agostino, der Chiesa di San Giuseppe und dem Torre dell’Orologio e Porta di mezzo. Das Beeindruckendste an dem Platz ist allerdings die wahnsinnige Aussicht auf das blaue Meer und die Küste, wirklich schön. Nachdem wir den Panoramablick auf uns hatten wirken lassen, ging es weiter zur Piazza di Duomo mit dem Duomo di Taormina und dem barocken Springbrunnen Fontana di Piazza Duomo. Anschließend sind wir den Corso Umberto noch bis zur Porta Catania entlanggelaufen und danach noch durch die kleineren Gassen spaziert und in den Gärten Villa Comunale di Taormina/Parco Trevelyan gelandet. Dort gab es neben vielen schattenspendenden Bäumen auch viktorianische Bauwerke und einige Denkmäler zu sehen, vor allem hat man aber wieder einen tollen Panoramablick auf das Meer. Am Ende sind wir noch in Richtung des antiken Theaters gelaufen, eigentlich ist das die Hauptsehenswürdigkeit Taorminas. Da wir mit Baby aber keine ausführliche Tour durch die Ruinen machen wollten, war uns der Eintritt zu teuer, zumal wir zwar herrliches Wetter hatten, aber der Ausblick auf den Ätna von Wolken versperrt war (es gibt beim antiken Theater auch einen Aussichtspunkt, von dem man normalerweise einen tollen Blick auf den Vulkan hat). Auch für eine Seilbahnfahrt nach unten war es uns schon zu spät, allerdings sind wir vor der Heimfahrt vom Parkplatz noch ein Stück bergab gefahren, um zu einem Aussichtspunkt zu gelangen, von dem man die Isola Bella, eine kleine Insel, sieht. Danach hatten wir noch eine zweistündige Autofahrt zurück zur Unterkunft vor uns und waren froh, dass wir nicht allzu spät zurück waren – auch wenn die Stadt noch ein paar Sehenswürdigkeiten mehr geboten hätte, war das mit Baby die richtige Entscheidung. Auch so haben wir viele schöne Orte in Taormina gesehen, es war auf jeden Fall die belebteste Stadt, die wir auf dieser Reise gesehen haben, sie ist aber tatsächlich malerisch gelegen und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Tag 9: Strandtag am Lido di Noto mit Stopp in Pozzallo

Am letzten Tag vor dem Rückflug wollten mal an den Strand, erstens weil wir noch gar nicht wirklich am Meer waren, zweitens weil es in unserer höher gelegenen Region tatsächlich ein paar Grad kälter war als in anderen Gegenden Siziliens. Aufgrund des Wetterberichts und weil wir super Rezensionen über die Lido di Noto gelesen hatten, sind wir voll bepackt mit sämtlichen Strandutensilien dorthin gefahren.

Fahrt Ragusa – Lido di Noto: ca. 50 min / 65 km

Parken Lido di Noto: Lido di Noto Parcheggio, außerhalb der Hauptsaison kostenlos, ansonsten 1€/h (Stand Oktober 2024, Werbung unbezahlt)

Vor Ort haben wir direkt auf dem großen zentralen Parkplatz geparkt und da der Kleine auf der Fahrt eingeschlafen war, hat Marcel sich schon mal umgeschaut während ich mit ihm im Auto sitzen geblieben bin. Da wir natürlich keinen Sonnenschirm im Urlaub dabei hatten, wollten wir nämlich irgendwo ein schattiges Plätzchen haben und Marcel ist dann direkt auf einen Beach Club gestoßen. Der hat natürlich ein paar Euro Eintritt gekostet, aber wir hatten zwei Liegen, einen großen Sonnenschirm, Sanitäranlagen und Umkleiden – das war es uns wert. Unser erster Strandtag als Familie war somit wirklich entspannt, wir waren im Meer, haben auf der Liege gespielt und unseren letzten Tag genossen. Der Spiaggia di Lido di Noto war wirklich traumhaft, schöner weicher Sand, flacher Einstieg (auch super für etwas ältere Kinder) und glasklares Wasser – so einen tollen Strand hatten wir in Italien noch nie.

Abbronzatissima Beach Club: Eintritt 10 € p.P. (Stand Oktober 2024, Werbung unbezahlt)

Am späten Nachmittag sind wir aufgebrochen und nach Pozzallo gefahren. Das lag einigermaßen auf der Strecke und dort wollten wir noch etwas zu Abend essen. Auf der Suche nach einem Restaurant sind wir durch die Stadt spaziert, über dia Piazza della Rimembranza, vorbei an der Comune di Pozzallo und am Torre Cabrera – und mal wieder konnten wir den Kellnern beim Eindecken zuschauen, aber die Küche war noch kalt. Also haben wir wie jeden Abend noch einige Runden durch die Stadt gedreht bis das erste Restaurant geöffnet hatte – immerhin war es eins mit toller Aussicht auf das Meer. Nach dem Essen ging es dann zurück ins Hotel, wo wir abends noch etwas gepackt haben.

Tag 10: Catania & Heimreise

Es war unser Rückreise-Tag, also haben wir nach dem Frühstück alles fertig gepackt und ausgecheckt. Dann sind wir mit dem Mietwagen nach Catania gefahren. Von dort würden wir am Abend heimfliegen, aber bis dahin hatten wir noch einige Stunden Zeit, die wir in der zweitgrößten Stadt Siziliens verbringen wollten.

Parken Catania: Parcheggio Sturzo AMTS, ca. 1€/h bzw. 5€/12h (gestaffelt nach Parkdauer, Stand Oktober 2024, Werbung unbezahlt)

Vom Parkplatz aus sind wir zur Piazza Stesicoro gelaufen, an der sich der Palazzo del Toscano, der Palazzo Tezzano und die Chiesa di San Biagio in Sant’Agata alla Fornace hinter dem Anfiteatro Romano befinden. Wir sind der Haupteinkaufsstraße Via Etnea gefolgt, vorbei an der Chiesa di San Michele Arcangelo ai Minoriti, dem Circolo Cittadino Sant’Agata und dem Palazzo Gioeni bis zur Piazza Università, die von imposanten Universitätsgebäuden umgeben ist. Auf der Via Etnea gibt es zahlreiche Geschäfte und Cafés, es war nur etwas ungewöhnlich, dass es keine Fußgängerzone ist, sondern dort Autos fahren. Bis zur riesigen Piazza del Duomo dürfen sie allerdings nicht fahren, so kann man in Ruhe die Basilica Cattedrale di Sant’Agata sowie die Fontana dell’Elefante betrachten. Nachdem wir uns dort umgeschaut hatten, sind wir vorbei an der Fontana dell’Amenano zur Fontana dei Sette Canali gelaufen, dort wurde gerade der Fischmarkt abgebaut. Rundherum gab es zahlreiche Fischrestaurants und wenige Meter weiter auf der strade degli ombrelli, einer mit bunten Regenschirmen geschmückten Straße, weitere Restaurants und Marktstände. Wir sind eine Weile durch die belebten Gassen geschlendert und haben dann dort zu Mittag gegessen – ein Restaurantbesuch ohne ewige Wartezeit, juhu. Anschließend sind wir zum Giardino Pacini gelaufen und haben eine kurze Pause in dem Park gemacht. Da wir dann noch ziemlich viel Zeit hatten, sind wir wieder zur Piazza Stesicoro gelaufen, da wir gesehen hatten, dass von dort eine Bimmelbahn startet – mit der sind wir dann durch die Stadt gefahren.

Trenino Catania: 5 € p.P. (Stand Oktober 2024, Werbung unbezahlt)

Auf der 40-minütigen Fahrt hatten wir zwar nicht die allerbeste Aussicht auf die Sehenswürdigkeiten, aber es war ganz witzig. Wir sind dadurch auf den Parco Maestranze aufmerksam geworden und nach der Fahrt dorthin gelaufen – das war nochmal ein richtiges Highlight, der Park ist richtig schön und wir konnten in der Ferne noch einen letzten Blick auf den Ätna werfen bevor wir uns wieder auf den Weg zum Parkplatz gemacht haben.

Catania hat ein paar schöne Ecken wie Regenschirm-Straße und den Park, so ganz ist der Funke bei uns allerdings nicht übergesprungen, irgendwie haben uns die engen italienischen Gässchen und das Flair etwas gefehlt. Allerdings war die Stadt dafür wesentlich besser für einen Spaziergang mit Kinderwagen geeignet als die meisten anderen auf unserer Reise.

Wir sind mit dem Mietwagen zurück zum Flughafen gefahren, haben ihn dort wieder zurückgegeben und unser Gepäck aufgegeben. Den Kinderwagen mussten wir bis zum Gate mitnehmen, was etwas umständlich war, weil sowieso sehr viel los war am Flughafen. Am Abend sind wir wieder zurück nach Stuttgart geflogen, alles hat wieder reibungslos funktioniert und somit war unser erste Reise als Familie ein voller Erfolg.

Strand auf Sizilien

Fazit

Sizilien ist die größte Mittelmeer-Insel und trotzdem hatten wir sie als Urlaubsziel nie auf dem Schirm, eigentlich komisch. Wir waren aber froh, dass es uns dorthin verschlagen hat, wir hatten einen tollen ersten Familienurlaub mit einem guten Mix aus Entspannung und Sightseeing. Die Städte waren zwar meist weniger geeignet für einen Spaziergang mit Kinderwagen, da wir aber sowieso Team Trage sind, war das für uns kein Problem. Unser einziger großer Negativ-Punkt waren die Restaurant-Öffnungszeiten – ja, das hätten wir vorher wissen können, aber es hat uns etwas genervt, dass wir abends kaum eine Auswahl beim Restaurant hatten, da wir einfach immer in das gegangen sind, das als erstes geöffnet hat, um nicht allzu spät nach Hause zu kommen. Das war für uns ein toller erster Familienurlaub mit einem guten Mix aus Entspannung und Sightseeing. Es gab einiges zu sehen, die kleinen Städte haben sich gut für einen kurzen Sightseeing-Spaziergang vor dem Abendessen angeboten. Natürlich haben wir nicht alles gesehen, das war aber auch nicht unser Ziel. Wenn wir noch eine Woche länger geblieben wären, wären wir vermutlich noch in eine zweite Unterkunft im Norden bei Palermo umgezogen, dann hätten wir auch diese Gegend noch etwas erkunden können – so haben wir einen guten Grund, nochmal zurückzukommen, um den Rest zu sehen (und ein gutes Foto vom Ätna zu machen, der war nämlich immer von Wolken umzingelt).

Reisetauglichkeit mit Baby oder Kind

Mit Blick auf das Reisen als Familie gab es für uns eineinhalb negative Punkte:

  1. Die späten Restaurant-Öffnungszeiten – auch wenn sie in Italien üblich sind, fanden wir das unglücklich. Im Alter unseres Babys war es zwar noch machbar, aber wenn das Kind abends früher ins Bett geht, wird es schon schwierig, wenn die Restaurants erst um 19:00 Uhr oder 19:30 Uhr öffnen.
  2. Die Städte waren fast alle nicht wirklich gut geeignet für Spaziergänge mit Kinderwagen: es gab viele engen und schiefe Gehwege, Kopfsteinpflaster und Treppen – für uns nur ein halber Minuspunkt, weil wir sowieso Team Trage sind.

Besondere Pluspunkte waren auf jeden Fall:

  1. die kurze Anreise
  2. das Klima (weder zu heiß noch zu kalt) und
  3. dass man überall problemlos stillen konnte, das war mir sehr wichtig

Was es sonst noch zu beachten gibt:

  • Auf Wickeltische sind wir weder in den Städten noch am Beach Club gestoßen, irgendeine Möglichkeit hat sich allerdings immer gefunden.

Allgemein steht Italien für viele Familien sicherlich recht weit oben auf der Liste möglicher Ziele, schon mal weil es für uns Deutsche generell ein beliebtes Reiseland ist und es auch für das Reisen mit Baby ein gewisses Sicherheitsgefühl bietet, wenn man nicht völlig unbekanntes Terrain betritt. Aus unserer Sicht ist eine Reise nach Italien allgemein und speziell nach Sizilien eine gute Idee.

Italien

Das war nicht unsere erste Reise nach Italien, weitere Reiseblog folgen in Kürze, schau bald wieder vorbei. 

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