Mit Oma und Opa in den Urlaub – ist das eine gute Idee?

Ist es eine gute Idee, Oma und Opa mit in den Urlaub zu nehmen? Bei unserer ersten Fernreise als Familie hatten wir Omas und Opa dabei – einige Bekannte haben uns darum beneidet, andere hielten es für wahnsinnig anstrengend und würden das selbst niemals machen. Was sind die Vor- und Nachteile vom Reisen mit Großeltern? Sind Oma und Opa das Geheimrezept für einen entspannten Urlaub mit Baby? Oder eine Zumutung? Wir finden, wenn man sich gut versteht, ist es ein großes Geschenk – wenn sie nur als Babysitter gedacht sind, halten wir es für keine gute Idee, sie mitzunehmen.

Auch bevor wir Eltern wurden, sind wir schon einige Male mit unseren Eltern verreist, wir sind ein eingespieltes Team und alle haben Spaß dabei – somit war es für uns auch naheliegend, das weiterzuführen, wenn wir ein Kind haben, denn aus unserer Sicht hat das einige Vorteile.

Warum es eine gute Idee ist, mit Oma und Opa zu verreisen

Wenn man mit einer größeren Gruppe verreist, kann das manchmal finanziell sehr attraktiv sein, vor allem auf Rundreisen: die Kosten für den Mietwagen und das Tanken können auf mehrere Leute aufgeteilt werden, beispielsweise in den USA und in Kanada zahlt man Eintritte für Nationalparks häufig pro Auto, nicht pro Person und auch bei der Auswahl er Unterkünfte ergeben sich so ganz neue Möglichkeiten, wir haben beispielsweise häufig in schönen Wohnungen oder Villen mit eigenem Pool gewohnt und dafür wesentlich weniger gezahlt als in einem Hotel. Diesen Pluspunkt gab es auch schon vor dem Baby, nun kamen noch weitere dazu:

  • Weniger Stress: Mehr Aufsichtspersonen bedeuten weniger Stress für die Eltern. In vielen Situationen ist es einfach hilfreich, wenn noch jemand mit dabei ist, der sich mal um das Baby kümmern kann, sei es bei der stressigen Sicherheitskontrolle am Flughafen, beim Zusammenpacken für den Ausflug oder einfach, wenn man mal in den Pool möchte – wenn jeder sich mal eine Weile um das Kind kümmert, hat jeder auch mal Zeit für sich.
  • Spaß: Meist haben sowohl Oma und Opa als auch das Enkelkind Spaß daran, Zeit miteinander zu verbringen. Sicherlich sind die meisten Großeltern total begeistert, wenn sie die Möglichkeit haben, bei ihrem Enkel zu sein und gerade im Urlaub wird man auch nicht vom Alltagsstress abgelenkt, somit können sich alle darauf fixieren, etwas Schönes gemeinsam zu unternehmen. Das stärkt auch die Bindung zwischen Großeltern und Enkel.
  • Erinnerungen: Es werden Erinnerungen für die Ewigkeit geschaffen. Auf den gemeinsamen Reisen erleben Baby, Eltern und Großeltern Momente, die allen noch lange in Erinnerung bleiben – Fotos, Anekdoten und kleine Traditionen entstehen so von ganz allein.

Die Voraussetzung: ein gutes Verhältnis

Sollte nun also jeder mit Baby und (Schwieger)Eltern verreisen? Auf gar keinen Fall! Die Voraussetzung dafür, dass die gemeinsame Reise harmonisch bleibt und alle Spaß dabei haben, ist ein gutes Verhältnis zueinander. Wer zuhause schon die Krise bekommt, wenn die Schwiegermutter zum Kaffeetrinken vorbeikommt, ist sicherlich nicht gut beraten, wenn sie nun mit in den Urlaub fahren soll. Grundsätzlich sind Harmonie und Verständnis eine gute Basis – und auch offene Kommunikation ist wichtig. Wenn es sehr unterschiedliche Erwartungen von der Erziehung, dem Tagesablauf oder bestimmten Themen wie der Ernährung des Kindes gibt, ist es wichtig, vorab zu klären, wie man auf der Reise damit umgehen möchte. Entweder geben die Eltern vor, wie die Dinge laufen sollen oder Oma und Opa bekommen den Freiraum, die Dinge so anzugehen, wie sie es für richtig halten – allerdings sollte man sich vorher auf eine Variante einigen, denn wenn alle paar Minuten eine Diskussion entsteht, ist die Reise sicherlich für keinen erholsam.

Oma und Opa sind keine Babysitter

Es kann sehr hilfreich sein, wenn die Großeltern mit anpacken und mal eine Weile mit dem Baby spielen, es füttern oder herumtragen – aber sie sollten nicht nur als „Babysitter“ mitgenommen werden und sich den ganzen Tag um das Kind kümmern müssen, während sich die Eltern entspannen. Wenn es ein Miteinander ist, packen alle mit an, jeder hat mal Zeit für sich, beschäftigt sich mal mit dem Baby und alle unternehmen auch mal etwas gemeinsam.

Mögliche Herausforderungen und wie man sie vermeidet

Neben den möglicherweise unterschiedlichen Vorstellungen von Erziehung, Ernährung oder ähnlichem, kann es auch herausfordernd sein, keinen Rückzugsraum zu haben und ununterbrochen aufeinanderzusitzen – das kann auch bei grundsätzlich harmonischen Familien zu Stress führen. Es gibt allerdings eine einfache Lösung: die passende Unterkunft. Die kann für jeden ganz unterschiedlich aussehen, vielleicht bevorzugt der eine ein Hotel, in dem jeder ein eigenes Zimmer hat, der andere favorisiert ein Haus mit eigenen Schlafzimmern und einem Gemeinschaftsbereich. Wir sind große Befürworter von Wohnungen oder Ferienhäusern: jeder hat sein eigenes Schlafzimmer und Bad, es gibt aber auch ein Wohn- und Esszimmer sowie einen Außenbereich (im Optimalfall mit Pool), in dem man sich tagsüber gemeinsam aufhalten und abends zusammensitzen kann.

Unser Fazit: Ein Gewinn für alle

Alles in allem können wir sagen, dass aus unserer Sicht das Reisen mit Oma und Opa eine echte Bereicherung für alle ist – wenn die Chemie stimmt. Es ist wichtig, vorab über die eigenen Erwartungen zu sprechen und auch während der Reise offen zu kommunizieren, wenn etwas nicht passt. Wenn man das tut, können alle die gemeinsame Zeit genießen, Großeltern und Kind können wertvolle Zeit miteinander verbringen, die Eltern bekommen etwas Unterstützung und alle schaffen gemeinsame Erinnerungen.

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