Urlaub mit Kleinkind: Was tun, wenn es einfach nicht läuft?

Warum der Urlaub mit Kleinkind manchmal nicht so läuft wie geplant

Wenn man mit Baby verreist, kommt es auch mal anders als erwartet. Man kann noch so gut planen, alle Eventualitäten durchgehen und sich vorbereiten – am Ende sind es manchmal die kleinen unerwarteten Dinge, die alles aus der Bahn werfen: der Schlafrhythmus gerät durcheinander, das Klima oder die fremde Umgebung machen dem Kind zu schaffen, die Essgewohnheiten verändern sich, eine Erkältung kommt aus dem Nichts oder neue Zähne brechen durch. Was auch zuhause schon ärgerlich sein kann, zerrt gerade auf Reisen umso mehr an den Nerven, die gewohnte Umgebung fehlt, man hatte sich auf die tolle Familienzeit im Urlaub gefreut und natürlich hat man auch gewisse Erwartungen und zumindest im Hinterkopf auch die hohen Kosten für die Reise. Da kann die Stimmung schon mal bei allen kippen.

Unsere Situation: als plötzlich nichts mehr funktionierte

Auch wir waren schon das eine oder andere Mal in der Situation, dass unsere ursprünglichen Pläne nicht aufgegangen sind. Beispielsweise hatten wir auf der Rückreise von den Malediven einen dreitägigen Stopover in Doha. Wir wollten die Vormittage am Pool verbringen und nachmittags immer etwas anschauen. Am ersten Tag kam durch das frühe Aufstehen aufgrund der Anreise nachmittags die Müdigkeit auf, aber an Schlaf war nicht zu denken, der Kleine war einfach zu aufgeregt. Nachdem am Pool nicht viel Freude aufkam, sind wir etwas früher aufgebrochen und haben die Stadt erkundet. Am nächsten Tag waren wir (auch aufgrund der Zeitverschiebung) schon um 6 Uhr wach. Wir haben gefrühstückt, im Zimmer gespielt, waren früh am Pool und um 9 Uhr waren wir irgendwie durch. Obwohl der Pool auf den Malediven für Begeisterung gesorgt hatte, war der in Doha irgendwie nicht der optimale Zeitvertreib. Sicherlich kennen alle Kleinkind-Eltern die Situation, in der man sich denkt “ich liebe mein Kind wahnsinnig und möchte so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen, aber gerade jetzt wissen wir irgendwie nichts mit uns anzufangen und ich würde mir wünschen, dass wir die Uhr ein paar Stunden vordrehen könnten” – genauso ging es uns in dem Moment.

Pläne ändern statt Kopf in den Sand stecken

Was wir dann getan haben? Unsere Pläne geändert. Wir haben uns überlegt, was wir am nächsten Tag unternehmen könnten statt den Vormittag am Pool zu verbringen und haben beschlossen, dass wir auch an diesem Nachmittag früher losgehen würden als ursprünglich gedacht. Die eineinhalb Stunden bis zum Mittagsschlaf waren zwar wirklich noch ziemlich zäh, aber es hätte für uns keinen Sinn ergeben, vor dem Schlaf loszuziehen und allein die Aussicht darauf, dass wir etwas verändern würden, war schon motivierend.

Auch zuhause ist für uns in solchen Situationen meist „etwas unternehmen” die Lösung und genauso handhaben wir es auch auf Reisen: ein kurzer Spaziergang mit Trage wirkt meist Wunder bei Müdigkeit, während ein Besuch auf dem Spielplatz optimal sein kann, wenn das Kind sich bewegen möchte. Manchmal hebt auch ein kleiner Snack schon die Stimmung oder eben ein Ausflug, bei dem man gemeinsam etwas Neues entdecken kann.

Tipps für Eltern, wenn es im Urlaub stressig wird

Wenn es mal nicht läuft, atmet einmal tief durch und fragt euch, was ihr nun zuhause machen würdet, ganz oft lässt sich eine ähnliche Lösung “nachbauen”.

Sprecht als Paar miteinander. Falls nur ein Elternteil gerade wirklich gestresst ist, hilft es vielleicht, wenn es sich mal herausnimmt und entspannt während der andere Zeit mit dem Kind verbringt.

Fahrt eure Erwartungen herunter, es muss nicht alles “perfekt” sein, um einen tollen gemeinsamen Urlaub zu erleben. Auch kleine Downs gehören dazu.

Bleibt flexibel, macht einen Plan B und überlegt euch, was euch gerade guttun würde – falls es der Pool statt der Sightseeing-Tour ist, könnt ihr vielleicht am nächsten Tag dafür etwas mehr entdecken; falls ein Schläfchen gerade die Stimmung verbessern würde, baut eine Pause ein. Oft lässt sich eine Situation schon mit kleinen Veränderungen lösen.

Das Wichtigste ist: nicht den Kopf in den Sand stecken, aus den schönen Momenten neue Kraft ziehen und positiv bleiben – in manchen Situationen fragt man sich, ob man lieber lachen oder weinen soll und Lachen ist auf jeden Fall die bessere Wahl.

Fazit: Urlaub mit Kleinkind ist anders schön

Wenn man mit Baby verreist, läuft nicht immer alles perfekt. Es gibt einfach so viele unplanbare Dinge, die eine Situation völlig verändern können. Allerdings muss es ja nicht optimal laufen, um schön zu sein. Manchmal entstehen aus “Plan B” die tollsten Erinnerungen und manchmal hat man einfach später eine Geschichte zu erzählen, über die man eben erst im Nachhinein lachen kann. Flexibilität und eine positive Einstellung machen es auf jeden Fall leichter, auch in schwierigen Situationen nicht die Freude zu verlieren. Und spätestens wenn das Kind wieder lacht, sind doch sowieso alle Strapazen vergessen und die Welt ist wieder in Ordnung.

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