Reisen mit Kleinkind: Hotel, Ferienwohnung oder Resort – was passt am besten?

Beim Reisen mit Kleinkind kommen manchmal Themen auf, die vorher keine waren, zum Beispiel: wo und wie wollen wir übernachten? Im Hotel, einer Ferienwohnung oder vielleicht lieber im Resort? Es gibt kein „richtig“ und „falsch“ – aber klare Unterschiede.

Wenn wir von „Reisen mit Kleinkind“ sprechen, meinen wir bewusst die ersten Jahre mit Kind – vom Babyalter bis ins klassische Kleinkindalter. Denn je nach Phase verändern sich Bedürfnisse, Routinen und auch die passende Unterkunft enorm.

Was sich mit Kleinkind beim Reisen verändert

Wenn man mit als junge Familie unterwegs ist, gewinnen einige Dinge plötzlich an Bedeutung:

  • Schlafenszeiten und Routinen werden wichtiger
  • Essen in der eigenen Unterkunft kann eine entspannte Alternative zum Restaurantbesuch sein
  • Sicherheit und kurze Wege spielen eine große Rolle

Die Unterkunft ist nun nicht mehr nur „Dach über dem Kopf“ und „Schlafplatz“, sondern nun ein essentieller Teil der Reise, der mit darüber bestimmt, wie entspannt der Urlaub für alle Familienmitglieder wird.

Hotel mit Kleinkind – bequem, aber nicht immer entspannt

Ein Hotel kommt einem häufig zuerst in den Sinn, das sind die Vor- und Nachteile:

Vorteile:

  • Tägliche Reinigung, frische Handtücher, man muss sich oft um wenig kümmern
  • Häufig gibt es Frühstück und ein Restaurant für mittags oder abends
  • Gibt es in fast jeder Lage, zentral im Stadtzentrum oder in Strandnähe

Nachteile:

  • Oft wenig Platz, meist nur ein Raum
  • Kaum Rückzugsort, wenn das Kind schläft
  • Man „muss“ abends leise sein

Wann eignet es sich besonders gut?

  • Für Kurztrips
  • Wenn man den Service schätzt
  • In Städten
  • Wenn das Kind (noch) sehr flexibel schläft

Ferienwohnung mit Kleinkind – Freiheit und Alltag unterwegs

Auch Ferienwohnungen sind sehr beliebt, hier kommen die Pros und Contras:

Vorteile:

  • Mehr Platz und getrennte Schlafbereiche
  • Eigene Küche und ggf. Waschmaschine vorhanden
  • Alltag funktioniert häufig fast wie zuhause

Nachteile:

  • Kein Service
  • Man muss selbst kochen und putzen
  • Lage ist oft nicht optimal

Wann eignet es sich besonders gut?

  • Für längere Aufenthalte
  • Wenn man viel Wert auf Routinen legt
  • Für Familien, die gerne in der Unterkunft essen

Resort mit Kleinkind – Entspannung ohne Entscheidungsstress

Resorts sind ebenfalls eine Option, auch hier gibt es Für und Wider:

Vorteile:

  • Meist kurze Wege
  • In der Regel gute Baby/Kinder-Infrastruktur: Kinderstuhl, Buffet, Babybett, etc.
  • Üblicherweise sind Pools, Strand und Spielbereiche vorhanden

Nachteile:

  • Weniger authentisches Reisegefühl, oft nur an einem Ort
  • Oft teurer
  • Häufig außerhalb am Strand gelegen, nicht im Stadtzentrum

Wann eignet es sich besonders gut?

  • Wenn kein Sightseeing geplant ist, z.B. mit Kleinkind
  • Für Erholungsurlaube, in denen man viel Zeit in der Unterkunft verbringen will
  • Wenn alle entspannen wollen

Unsere persönlichen Erfahrungen

Auf unserer ersten Reise als Familie waren wir auf Sizilien in einem kleinen Hotel und das war für uns optimal: wir mussten uns um nichts kümmern, es gab einen Pool, an dem es sehr ruhig war und der Kleine sogar schlafen konnte und wir hatten kurze Wege.

Bei der nächsten Reise in die Dominikanische Republik hatten wir Ferienhäuser – wir waren mit Oma und Opa unterwegs – und somit viel Platz. Für diese Reise waren die Unterkünfte perfekt, weil wir auch mal einen Tag dort am Pool verbracht haben oder abends gemeinsam gegrillt haben – und weil wir die Abende gemeinsam im Wohnbereich verbringen konnten, während unser Baby im Schlafzimmer schon geschlafen hat. Außerdem hatten wir eine Waschmaschine und eine Küche, die zu Beginn der Beikost-Phase sehr wertvoll war.

Anschließend haben wir einen Kurztrip nach Österreich gemacht, wo wir in einem Hotel mit Pool und Küchenzeile untergebracht waren, das war super.

Unsere nächste Reise hat uns zu dritt nach Thailand geführt, wo wir uns wieder für Hotels entschieden haben, denn wir wollten die Umgebung erkunden, somit war uns eine gute Lage wichtig, aber auch ein Pool, an dem wir die Vormittage verbringen konnten. Das Frühstücksbuffet war mit einem fast einjährigen Kind richtig entspannt und die kurzen Wege zwischen Pool und Zimmer für die Schläfchen sehr wertvoll.

Danach ging es für uns auf die Malediven in ein Resort – vor einigen Jahren hätten wir nicht gedacht, dass wir nochmal in ein Resort gehen würden, aber es war perfekt: unser Kleiner konnte überall selbst laufen, die Buffet-Restaurants waren super, weil unser Kleinkind dort immer etwas gefunden hat und mit einem Traumstrand, einem kleinen Spielplatz und einem Pool war auch für Entertainment gesorgt – für uns die richtige Reise mit einem aufgeweckten Kleinkind.

Bei der nächsten Reise nach Mexiko haben wir uns für zwei Hotels und eine Ferienwohnung entschieden, auch das war genau richtig: für die kurzen Stopps haben wir gerne für etwas mehr Service auf ein paar Quadratmeter verzichtet, beim längeren Aufenthalt hatten wir mehr Platz und einen Balkon, auf dem wir die Abende zu zweit verbringen konnten, während unser Sohn schon geschlafen hat.

Früher waren Resorts für uns eine Horrorvorstellung, nun sehen wir auch die Vorteile, gerade mit Kleinkind. Allerdings haben wir uns nicht darauf festgelegt, sondern sind offen für alle Unterkunftsarten – und entscheiden je nach Reise, welche am besten passt.

Unsere Entscheidungshilfe: Welche Unterkunft passt zu welcher Reise?

Ganz grob würden wir die optimale Unterkunftsart wie folgt einordnen – allerdings bestätigen Ausnahmen die Regel:

  • Städtereise: meistens Hotel, aber auch mit Ferienwohnung denkbar
  • Strand und Erholung: Resort
  • Längerer Aufenthalt: eher Ferienwohnung, aber auch im Hotel möglich
  • Reisen mit wenig Programm: Resort
  • Flexibilität und Alltag: Ferienwohnung
  • Reisen mit Freunden oder Familie: Ferienwohnung

Fazit

Es gibt keine perfekte Unterkunft für alle Reisen, aber für jede Reise die richtige Unterkunft. Reisen mit Kleinkind heißt nicht Verzicht, sondern sich vorher genau zu überlegen, was man braucht und will und sich dann bewusst für eine Option zu entscheiden.

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